Momentaufnahme am Sustenpass. (Bild: zvg)

Die Kunst des Sehens

Anders schauen und das gewisse Etwas erkennen: So hat sich der Schweizer Fotograf Robert Bösch den Motiven für seinen neuen Band «Bilder, die ich gesehen habe», angenähert. Der Fotograf hat auch im Berner Oberland Spuren hinterlassen.

Seit über 40 Jahren ist Robert Bösch professionell fotografierend unterwegs. Die Bergaufnahmen des erfahrenen Bergführers und Geografen sind legendär. Ins Gedächtnis der breiten Öffentlichkeit gerückt ist er mit den Bildern zum 150-Jahr-Jubiläum der Firma Mammut. Dabei wurden etwa Dutzende Bergsteiger genau choreografiert in die Landschaft integriert, teils hängend am Seil. Der 1954 geborene Bösch hat neben seinem Gespür für Actionbilder immer auch gezeigt, dass er ein Ästhet durch und durch ist. So hat er beispielsweise für die Kraftwerke Oberhasli den Bildband «Grimsel Strom» realisiert. Er schreibt zu seinem neusten Bildband «Bilder, die ich gesehen habe»: «Fotografien zeigen selten, wie es wirklich ist.»
Er beansprucht nicht, die Welt oder seine Wahrnehmung davon abzubilden. Wer dem ereignisreichen Leben des fotografischen Aufnahmekönners nachspüren will, dem sei dieser Bildband empfohlen. Ebenso Menschen, die ihren Blick mit der eigenen Kamera weiter schulen wollen. Ob Gorillas im Wald, ein Elefant in der Wüste oder das Gewusel an einer Strassenkreuzung in Uganda: Robert Bösch erfasst immer wieder die Ruhe und Schönheit dieser Welt – Bergwelten, Landschaften oder Wasser-Aufnahmen, die atmosphärisch an ein Turner-Gemälde erinnern. Er war auf allen sieben Kontinenten unterwegs und hat nun einen Teil seines vielfältigen Schaffens in diesem Buch komprimiert. Ein opulentes Werk, das viel zeigt, einen roten Faden findet man nicht. Man ist dem Auge von Bösch als «Suchender» ausgeliefert und wird mit gewaltigen Eindrücken belohnt.

Robert Bösch: Bilder, die ich gesehen habe, Pictures that I have seen. 252 Seiten, 118 meist farbige Abbildungen, ISBN 978-3-03969-053-4.

www.robertboesch.ch
12. Februar 2026

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