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Tradition und Perfektion

Filigran – Das Kunsthaus Interlaken zeigt aktuell Papierschnitte aus China und der Schweiz. Dazu gibt es einen historischen Überblick und Stücke aus einer China-Sammlung.

Papierschnitte oder Scherenschnitte erzählen mit feiner Detailfülle ganze Geschichten und beeindrucken durch ihre Bildsprache und Präzision, heisst es in einer Mitteilung des Kunsthauses Inter­laken. Erstmals treten Scherenschnitte aus der Sammlung Wyss in Unterseen in Dialog mit chinesischen Papierschnitten aus dem University Museum and Art Gallery der University of Hong Kong. Damit soll einerseits die Vielfalt, aber auch die eigene charakteristische kulturelle Identität dieser faszinierenden Kunstform herausgehoben werden. Schweizer Scherenschnitte erzählen zumeist Geschichten. Seit den Tagen von Johann Jakob Hauswirth und Louis Saugy sind einige der Kernthemen des schweizerischen Scherenschnitts vorgegeben, und die Einflüsse dieser beiden Pioniere wirken immer noch nach. Mit ihrem Reichtum an Ornamenten und der unglaublichen Dichte an Details laden die zumeist symmetrisch angeordneten und in schwarzem Papier geschnittenen Schweizer Scherenschnitte zum Entdecken und Verweilen ein. In der Ausstellung werden klassische Werke von Antoinette Lisette Fäsi, Johann Jakob Hauswirth, Louis Saugy, David Regez, Christian Schwyz­gebel, aber auch ­Arbeiten von Ueli Hofer, Martha Kneusslin, Nelly Naef, Ernst Oppliger, Barbara Seiler, Bruno Weber und anderen zu sehen sein.

Die Farbe des Glücks
Chinesische Papierschnitte unterscheiden sich von den Schweizer Scherenschnitten durch ihre Andersfarbigkeit und ihre Tendenz, in Serien aufzutreten. Rot gilt als Farbe des Glücks, deshalb sind die meisten der chinesischen Papierschnitte aus rotem Papier gefertigt, Tiger oder Pfaue, aber auch Masken der Peking-Oper oder Pagodentürme, oder es finden sich die landschaftlichen Schönheiten einer bestimmten Region, die als Serie zusammengefasst werden. In kleinen Mappen verpackt, werden entweder Variationen zu einem Sujet oder aber zu einem Thema dargeboten. Die Ausstellung startet mit einem historischen Überblick zur Entwicklung des Papierschnitts in der Schweiz und in China und stellt im weiteren Verlauf
in Form von dialogischen und thema­tischen Gegenüberstellungen die Viel­falt dieser Werke zur Schau. Begleitend werden Führungen angeboten, immer am Sonn­tag, 11.00 Uhr: am 1. und 22. März und 26. April mit Heinz Häsler und am 10. Mai mit Christoph Wyss, Unterseen. Als Ergänzung zeigt das Kunsthaus Rollenbilder, Skulpturen und Archivalien aus der China-Sammlung von Walter Rieder. Die Ausstellung dauert bis zum 17. Mai.

www.kunsthausinterlaken.ch
26. Februar 2026

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