Bild: zvg

Interview mit Dominic Ott

Wir erreichen Dominic Ott telefonisch, während er nach dem FIS-Super-G in Zinal, Kanton Wallis, auf die Rangverkündigung wartet. Der 25-jährige B-Kader-Athlet aus Hasliberg hat im Europacup einen starken Saisonstart hingelegt. Er will sich für den Weltcup aufdrängen.

Anzeiger Interlaken: Wie liefen die Rennen in Zinal? Dominic Ott: Diese FIS-Rennen absolvierte ich, um im Rennrhythmus zu bleiben. Meine nächsten Starts im Europacup sind erst im Januar in Wengen. Hier in Zinal wurde ich Fünfter und Sechster. Eigentlich müsste ich diese Rennen gewinnen. Ich habe mit dem Material etwas ausprobiert, was aber nicht wunschgemäss geklappt hat. Aber den Rhythmus zu behalten hatte oberste Priorität.

Wie schätzen Sie Ihren Saisonstart allgemein ein? Sehr gut. Mit relativ wenig Trainingsaufwand im Riesenslalom fuhr ich zweimal in die Punkte. Im Super-G von Santa Caterina stürzte ich mit der zweitbesten Zwischenzeit. Wirklich gefreut haben mich hier aber die Abfahrtsresultate mit den Rängen 4 und 12. Santa Caterina ist eine eher einfache Abfahrt, daher vor allem für Gleitspezialisten ausgelegt. Dass ich als Technikspezialist hier um das Podest mitfahren konnte, hat mich besonders gefreut.

Wie lauten Ihre Ziele für die laufende Saison? Mit einem Top-3-Rang in der Gesamtwertung einer Disziplin im Europacup hätte ich im kommenden Winter einen Weltcup-Fixplatz auf sicher. In meiner Paradedisziplin Super-G ist dies mit konstanten Leistungen möglich. Natürlich würde ich einen Fixplatz auch in der Abfahrt nehmen. Konstanz ist im Skirennsport eine grosse Herausforderung. Aber ich will mir dieses Weltcup-Ticket erarbeiten.

Wie kamen Sie überhaupt zum Skirennsport? Ich bin in Hasliberg Hohfluh aufgewachsen. In meiner Kindheit hatte ich die Skipiste quasi vor der Haustür, ich bin also im Schnee aufgewachsen und fing früh mit dem Skifahren an. Allerdings feierte ich auch in der Leichtathletik einige Erfolge, war in meiner Altersklasse unter den drei Besten im Kanton Bern. Irgendwann musste ich mich entscheiden, und die Wahl fiel auf den Schneesport. Zu Hause im Skigebiet Hasliberg zu trainieren macht natürlich besonders Spass. Zumindest fürs Freifahren bin ich oft dort oben anzutreffen.

Als 25-Jähriger haben Sie noch keine Weltcuperfahrung. Spüren Sie hier einen gewissen Druck? Eigentlich nicht. Ich kann befreit fahren. Viele Geschichten zeigen, dass es auch später funktionieren kann. Momentan freue ich mich einfach, dass ich meine Leidenschaft, den Skirennsport, ausleben kann. Jeder Druck, den ich mir selber aufbaue, würde mich nur hemmen. Ich versuche, das Ziel Weltcup Schritt für Schritt anzugehen. Natürlich ist als Spitzensportler irgendwann eine «Deadline» in Sicht, aber ich glaube an mein Potenzial und will als Skirennfahrer alles aus mir rausholen. Auf dem Weg dorthin will ich möglichst viel lernen und jeden Schritt ganz bewusst machen.

Haben Sie auch in eine Ausbildung neben dem Rennsport investiert? An der Sportschule Engelberg machte ich die Matura und hätte alle Möglichkeiten für ein Hochschulstudium. Vor dem Swiss-Ski-Kaderstatus musste ich für den Sport alles selber finanzieren. Deshalb nahm ich einen Job bei der Ghelma-Gruppe an, wo ich noch heute einen Tag pro Woche arbeite. Mir gefällt die Arbeit dort sehr gut, sie sorgt auch für Abwechslung. Für die Zukunft könnte ich mir ein Studium in der Baubranche, aber auch im Medizinbereich der Osteopathie vorstellen.

Zurück zur laufenden Saison: Wie blicken Sie auf die Europacup-Rennen in Wengen voraus? Den oberen Streckenteil kenne ich bereits aus meiner Jugend, ab Hundschopf wird die Rennstrecke für mich eine Premiere sein. In den Weihnachtsferien werde ich mir das «Brüggli» sicher mal anschauen. Das Ziel befindet sich gleich unterhalb dieser Schlüsselstelle, nach der Wengernalpbahn-Brücke. Grundsätzlich sollte mir die Strecke liegen. Ich bin gespannt, welche Leistungen dort möglich sind.

www.swiss-ski.ch
24. Dezember 2025

Der ANZEIGER INTERLAKEN kann auch Redaktion…

… davon profitieren nicht nur Vereine aller Art in unserer Rubrik «Aus den Vereinen», ­sondern auch Kulturschaffende und Sportbegeisterte aus dem Verteilgebiet unserer Zeitung.

Möchten auch Sie von unserem redaktionellen Angebot profitieren und Ihren Verein oder Kulturanlass ins beste Licht rücken?
Dann melden Sie sich bei uns unter Telefon 033 828 12 00 oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


Verlag Schlaefli & Maurer AG
Spielmatte 18
3800 Unterseen

Telefon 033 828 12 00
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Unsere Öffnungszeiten:
Montag – Freitag
08.00 – 12.00 und 13.30 – 17.00 Uhr