Aus dem Gemeinderat

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Gemeindeversammlung vom 3. Juni 2026
Am Mittwoch, 3. Juni 2026, fand die Gemeindeversammlung im Gemeindehaus Goldswil statt. Die 75 anwesenden Stimmberechtigten haben folgende Beschlüsse gefasst:
  • Die Erfolgsrechnung 2025 mit einem Aufwandüberschuss im Gesamthaushalt von Fr. 17’273.54 und einem Ertragsüberschuss im Allgemeinen Haushalt von Fr. 73’490.37 wurde einstimmig genehmigt. Die Investitionsrechnung mit Nettoinvestitionen von Fr. 1’309’976.65 wurde zur Kenntnis genommen.
  • Das neue «Reglement für die Spezialfinanzierung Werterhalt von Investitionen im Verwaltungsvermögen 624.1» bzw. die dazugehörige Aufhebung des «Reglements für die Spezialfinanzierung Naturstrandbad Burgseeli 625.1» wurde einstimmig genehmigt. Das neue Reglement tritt per 1. Juli 2026 in Kraft. Dieses ermöglicht es dem Gemeinderat, in Jahren mit Ertragsüberschüssen Mittel einzulegen. In Jahren mit tieferen Ergebnissen können daraus Entnahmen vorgenommen werden, um Abschreibungen auf Investitionen im Verwaltungsvermögen zu finanzieren. Der Gemeinderat legt die jährliche Einlage aus dem Allgemeinen Haushalt fest. Bei einem Aufwandüberschuss in der Erfolgsrechnung darf keine Einlage erfolgen, bei einem Ertragsüberschuss hingegen kann dieser vollständig in die Spezialfinanzierung eingelegt werden. Dies bis zu einem maximalen Bestand von Fr. 10 Mio.
  • Der Verpflichtungskredit für den Werkleitungsersatz Talstrasse Goldswil oben über Fr. 1’027’000.– wurde einstimmig genehmigt. In diesem Jahr beginnen die Sanierungsarbeiten der neuen Trafostation Eggelti, kombiniert mit einer Ausweichstelle für Fahrzeuge (Kreditbeschluss an der Gemeindeversammlung vom 4. Juni 2025). Im selben Perimeter resultiert aus dem Massnahmenkatalog GEP (Abwasserleitungsnetz) und GWP (Frischwasserleitungsnetz) Handlungsbedarf. Im Bereich Eggelti treffen die beiden Projekte aufeinander. Für eine effiziente und ressourcensparende Sanierung sollen die Arbeiten aufeinander abgestimmt werden. In einer ersten Phase ist der Werkleitungsersatz auf dem Abschnitt Eggelti geplant. Die zweite Phase umfasst alle verbleibenden Werkleitungserneuerungen oberhalb und unterhalb vom Eggelti. Das Projekt wird über den Allgemeinen Haushalt (Strassenbau) und die Spezialfinanzierungen Abwasser, Wasser und Elektrizität finanziert.
  • Der Verpflichtungskredit für die Sanierung der Stützmauer Güntschenacherweg Goldswil über Fr. 240’000.– wurde einstimmig genehmigt. Die bestehende Stützmauer (Bruchsteinmauer) weist verschiedene Alterungsschäden in Form von losen und verwitterten Steinen, Bauchungen und Schiefstellungen auf. Die bestehende Mauer wird deshalb auf einer Länge von 17 Metern durch eine rückverankerte Nagelwand ersetzt. Mit einer vollflächigen Vormauerung aus den bestehenden Natursteinen wird das bisherige Erscheinungsbild und der ökologische Mehrwert weitgehend erhalten bleiben. Die geplante Konstruktion gilt als robust und nachhaltig. Mit der gewählten Variante kann die Sanierung auf ein Minimum reduziert werden. Die Realisierung ist geplant, sobald die Ausweichstelle Eggelti fertiggestellt ist. Das Projekt wird über den Allgemeinen Haushalt (Strassenbau) finanziert.
  • Der Verpflichtungskredit für den Ersatz der Wasserzähler über Fr. 340’000.– wurde mit grossem Mehr genehmigt. Die teilweise bis zu 50 Jahre alten Messing-Wasserzähler sollen ersetzt werden. Ziel ist die Einführung einer Funklösung zur Wasserzählerauslesung. Dabei sollen die Strassen im gesamten Gemeindegebiet lediglich mit einem Datenempfänger abgefahren werden, wobei die Ablesung über eine Funkverbindung erfolgt. Bereits installierte Wasserzähler ab dem Jahr 2015 können weiterhin genutzt werden, müssen jedoch mit einem entsprechenden Funkmodul nachgerüstet werden. Das Projekt wird über die Spezialfinanzierung Wasser finanziert.
  • Der Verpflichtungskredit für den Hochwasserschutz Härdig-Gräbli Goldswil über Fr. 590’000.– wurde einstimmig genehmigt. Die Gefahrenkarte Wassergefahren zeigt, dass geschiebeführende Abflüsse und Murgänge im Härdig-Gräbli Goldswil für einige Liegenschaften eine Gefahr darstellen. Das dortige Siedlungsgebiet wird der roten bzw. blaue Gefahrenstufe zugeordnet. Als Massnahmen soll im Gebiet oberhalb der Forststrasse eine Netzwerksperre mit einem Geschieberückhalt realisiert werden. Um Ausuferungen oberhalb des Siedlungsgebiets zu verhindern, sind entlang des Härdig-Gräbli Sohlenstabilisierungen im Unterlauf und wo nötig eine lokale Ergänzung bzw. Erneuerung des Uferschutzes mit Blöcken erforderlich. Es darf davon ausgegangen werden, dass das Projekt von Bund und Kanton mit rund 70 % subventioniert wird. Das Projekt wird über den Allgemeinen Haushalt (Naturgefahren) finanziert. Die Realisierung soll im Herbst 2027 beginnen.
Im «Verschiedenen» wurde die Gemeindeversammlung über die folgenden Verpflichtungskreditabrechnungen orientiert, welche alle innerhalb des bewilligten Kredites abgeschlossen werden konnten:
  • Sanierung Dorfgasse Goldswil vom 24. November 2017 (Minderkosten:Fr. 45’688.85)
  • Detailerschliessung Gruebimoos vom 2. Juni 2021 (Minderkosten: Fr. 40’695.95)
  • Netzerweiterung Obdorfstrasse Ost und Schürliboden vom 1. Juni 2022 (Minderkosten: Fr. 94’641.35)
  • Ausbau Talstrasse und Optimierung Entwässerung Wanderweg Tal vom 5. Juni 2024 (Minderkosten: Fr. 59’113.05)
Weiter wurde über folgende Themen informiert:
  • Im Rahmen des Bauprojektes der Vordorf Ringgenberg AG haben bisher 10 Projektsitzungen des Bauausschusses zusammen mit den Architekten stattgefunden. Der Projektentwurf liegt vor und der Kostenvoranschlag wird erarbeitet. Das Baugesuch soll im Sommer 2026 eingereicht werden. Im geplanten Gebäude entlang der Hauptstrasse ist weiterhin eine Arztpraxis vorgesehen. Mit der RINGGENpraxis AG fanden mehrere Gespräche statt und es besteht grosses Interesse an der Zusammenarbeit.
  • Für das Projekt Ersatzneubau Naturstrandbad Burgseeli konnte im Frühling 2025 das Ideenstudienverfahren abgeschlossen werden. Im Dezember 2025 fand zudem die Vernissage statt. Der Gemeinderat hat einen entsprechenden Planungskredit von Fr. 75’000.– genehmigt. Die Arbeitsgruppensitzungen finden laufend mit der L2A Architekten AG (Siegerin Ideenstudienverfahren) statt. Es ist angedacht, dass die Gemeindeversammlung einen Gesamtkredit genehmigen wird. Der Baustart ist im Herbst 2027 geplant.
  • Mit Verzögerung wird auch das Projekt beim Allmigraben langsam konkret. Die Abklärungen i.S. Stauanlagengesetz haben ergeben, dass der Allmigraben diesem nicht untersteht. In der Zwischenzeit liegen alle weiteren Unterlagen vor. Die Publikation erfolgte am 3. Juni 2026 im Amtsblatt des Kantons Bern und am 4. Juni 2026 im Anzeiger Interlaken. Nun gilt es zu hoffen, dass keine weiteren Überraschungen mehr zum Vorschein kommen. Weiter informierte Gemeindepräsident Adrian Weinekötter, dass zurzeit sehr viele Projekte geplant sind, welche nun realisiert werden müssen. Die entsprechenden Verpflichtungskredite wurden gesprochen und der Gemeinderat hat sich das Ziel gesetzt, diese Projekte zeitnah umzusetzen.
  • Um die Altjahrsversammlung vom 4. Dezember 2026 zu entlasten, wird eine ausserordentliche Gemeindeversammlung im September 2026 in Betracht gezogen. An dieser würde dann unter anderem der Gesamtkredit für den Ersatzneubau des Naturstrandbads Burgseeli zur Beschlussfassung vorgelegt werden. Die Information erfolgt mittels Medienbericht bzw. ordentlicher Publikation im Anzeiger Interlaken.
Abschliessend dankte der Gemeindepräsident den Stimmberechtigten für die rege Teilnahme, schloss die Versammlung um 21.50 Uhr und lud zum gemeinsamen Apéro ein.

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