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Kultur

Interview mit Dani Häusler

Dani Häusler (52), Klarinettist und Saxofonist aus Zug, ist eine Koryphäe der Schweizer Volksmusik. Er tritt mit seiner Kapelle Gupfbuebä und einem Streichorchester am 30. Mai im Kursaal Interlaken auf.

Anzeiger Interlaken: Das Konzert «Gupfbuebä sinfonisch» im Kursaal Interlaken kommt immer näher. Wie laufen die Vorbereitungen? Dani Häusler: Auf der organisatorischen Ebene läuft vieles. Walter Balmer schaut, dass es ein volles Haus gibt. Musikalisch ist es ein spezielles Projekt. Die Streicherinnen und Streicher der Zuger Sinfonietta sind Profis. Nun geht es darum, das Konzert mit einer einzigen Vorprobe auf die Bühne zu bringen. Die Arrangements sind gut spielbar. Daher erwarte ich keine grossen Probleme, aber am 30. Mai sicher einen strengen Tag, auf den ich mich natürlich sehr freue.

Was ändert sich, wenn in der Volks­musik auch noch ein Klassik-Orchester mitspielt? Es gab schon einige Versuche, diese Welten miteinander zu verbinden. Aus meiner Sicht entstammt die Volksmusik der Klassik. Die Arrangements für Streicherbesetzung gaben mir die Freiheit, meine Ideen, die ich während dem Komponieren schon hatte, noch feiner auszuarbeiten, grösser zu machen.

Walter Balmer erzählte mehrfach, wie er Ihre Kapelle, die Gupfbuebä, kennengelernt hat. Wie war es denn umgekehrt? Wann und wie haben Sie Walter Balmer erstmals wahrgenommen? Als Komponist und Interpret hatte ich ihn schon seit meiner Kindheit auf der Rechnung, Ende der 1970er- und Anfang 80er-Jahre. Seine Musik mit der Kapelle Balmer-Prisi hat mich geprägt, ihre Platten waren sehr aktuell. Live hatte ich ihn damals nie spielen hören, da er wegen seines Berufs die Musik für längere Zeit in den Hintergrund rückte. 1994 gab es eine Kreuzfahrt, an der wir mit den Gupfbuebä teilnahmen. So wie ich mich erinnere, war Walter Balmer damals ein Teil des Reiseleiter-Teams. Seit über 30 Jahren kenne ich ihn also persönlich.

Am 30. Mai stehen auch Arrangements von Balmers Stücken auf dem Programm. Was zeichnet ihn als Komponist aus? Man merkt stark, dass er aus Sicht des Bläsers komponiert. Seine Stücke liegen für mich als Klarinettist immer gut in den Fingern, im Gegensatz zu vielen Kompositionen, die beispielsweise von Schwyzer­örgeli-Spielern stammen. Walter Balmer komponiert mit hoher Qualität. Er hat ein gutes Gehör, einen Sinn für Harmonien und das Tänzerische in der Volksmusik. Seine Kompositionen stelle ich auf eine Stufe mit der Kapelle Heirassa oder Carlo Brunner.

Er feiert mit dem Kursaal-Konzert seinen 80. Geburtstag, auch die Gupfbuebä haben Jubiläum: 40 Jahre. Wagen Sie einen Blick in die Zukunft? Vor rund 20 Jahren fanden wir wieder zusammen, mit der Idee, alte Zeiten aufleben zu lassen. Wir merkten aber bald, dass hinter diesem «Comeback» mehr steckte als nur eine neue CD und ein wenig Nostalgie. Unsere Musik schweisst uns zusammen, und solange wir unsere Kreativität in dieser Kapelle ausleben können, haben wir auch einen Antrieb. Nochmals 40 Jahre wird es uns aber kaum geben. Wie lange noch? Das weiss niemand. Solange es Freude macht und wir gesund sind, gibt es ­keinen Grund aufzuhören.

Wird das Projekt «Gupfbuebä sinfonisch» weitergezogen? Es gibt Pläne, aber so ein Projekt ist halt relativ teuer. Mir war wichtig, dass eine CD produziert wird. Und die Noten existieren natürlich weiterhin. Vielleicht interessieren sich ja künftig auch andere Orchester, diese Stücke mit uns zu spielen. Wir haben absolut vor, diese Arrangements noch einige Male auf die Bühne zu bringen.

www.danihaeusler.ch

21. Mai 2026

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