Das Cupspiel zwischen Nordstern Basel und dem FC Interlaken schaffte es am 16. August 1982 auf die Titelseite des ­«Oberländischen Volksblatts». (Bild: Christoph Buchs)
Sport

Als sich der FCI tapfer gegen einen NLA-Absteiger wehrte

Mit einem Sieg am Samstag gewinnt der FC Interlaken nicht nur den Berner Cup, sondern steht auch in der Hauptrunde des Schweizer Cups. Erinnerungen an 1982 werden wach.

Im Schweizer Fussballcup werden besonders schöne Fussballgeschichten erzählt. Jedes Jahr aufs Neue steigen in diesem Wettbewerb Duelle zwischen David und Goliath – schon mancher Superligist musste auf einem Regionalfussballplatz gegen einen Amateurverein eine peinliche Niederlage einstecken. Um sich für die möglichen Duelle gegen Profiteams in der Hauptrunde des Schweizer Cups zu qualifizieren, müssen sich Berner Amateurvereine zuerst einmal im Berner Cup behaupten. Und hier ist für den FC Interlaken der grosse Coup zum Greifen nah: Diesen Samstag, 23. Mai, spielt er das Finale gegen den FC Azzurri Bienne.

Obwohl nicht unbedingt als Cupmannschaft bekannt, sorgte der FC Interlaken in der Vergangenheit im Cup schon mehrfach für Aufsehen. 1999 qualifizierte man sich für die Ausscheidungsrunden, unterlag aber dem Freiburger Zweitligameister SC Düdingen gleich mit 0:8. Ein weiteres interessantes Resultat datiert aus dem Jahr 1970. Damals wehrte sich der FCI tapfer gegen den frisch in die 1. Liga ­abgestiegenen FC Thun. Man unterlag nur 0:2.

Trainer «etwas enttäuscht» vom Gegner
Der grösste Cup-Knüller in der Geschichte des FC Interlaken stieg am 15. August 1982 auf der Lanzenen: Erst- und bislang einmalig spielte der FCI gegen eine Mannschaft aus der Nationalliga. Vor 800 Zuschauern gingen die damaligen Zweitligisten gegen den NLB-Verein Nordstern Basel in der 9. Minute sogar in Führung. Bis zur 63. Minute stand es «nur» 3:2 für die Oberklassigen. Endresultat: 5:2. «Wenn mich auch die Basler etwas enttäuscht haben, so ist ihr Erfolg doch sicher verdient», liess sich der damalige FCI-Trainer Jürg Althaus im «Oberländischen Volksblatt» zitieren.

Explizit erwähnt im Spielbericht ist die «saubere Arbeit» von Libero Ruedi Götz und der ganzen FCI-Abwehrfraktion, die eine höhere Niederlage verhinderte. Der heute 76-jährige Götz erinnert sich, «dass wir relativ gut mitgehalten haben». Doch nach 44 Jahren fehlen die meisten Details dieser geschichtsträchtigen Partie in der Erinnerung des langjährigen FCI-Captains. Vom Glanz des FC Nordstern Basel, der als frischer NLA-Absteiger auf die Lanzenen gereist war und insgesmt 35 Jahre lang in der obersten Liga spielte, ist heute nur noch wenig übrig geblieben. Derzeit kickt die einzige Herrenmannschaft in der 3. Liga.

Zurück in die Gegenwart: Im Finalspiel vom kommenden Samstag geht es um viel. Auch Azzurri Bienne spielt in einer 2.-Liga-Gruppe und ist dort Tabellenletzter. Allerdings treten die Bieler als Titelverteidiger des Berner Cups an. Der FCI dürfte gegen die Cupspezialisten aus dem Seeland also gewarnt sein.

www.fcinterlaken.ch


Das Finalspiel des Berner Cups zwischen dem FC Azzurri Bienne und dem FC Interlaken findet am Samstag, 23. Mai, um 18.30 Uhr auf der Sportanlage Wengmatti in Frutigen statt.
21. Mai 2026

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