Anzeiger Interlaken: Was waren die Gründe für das Rekordjahr 2025? Remo Spieler: Der Erfolg ist das Resultat verschiedener Faktoren. Einerseits profitieren wir von der hohen Nachfrage nach der Jungfrau Region als Reisedestination. Andererseits haben wir unsere Positionierung mit der Rodelbahn und der Fly-Line als zentrale Erlebnisangebote konsequent geschärft. Viele Gäste besuchen die Pfingstegg heute bewusst wegen dieser Attraktionen. Wichtig war uns der Fokus auf Qualität, Kundenerlebnis und ein engagiertes Team.
Was bedeuten die starken Zahlen bei Rodelbahn und Fly-Line für die Zukunft auf der Pfingstegg? Die Zahlen zeigen, dass Gäste heute Erlebnisse suchen, die generationenübergreifend funktionieren. Die Rodelbahn bleibt unser wichtigstes Alleinstellungsmerkmal, die Fly-Line ergänzt das Angebot ideal. Familien legen zunehmend Wert auf attraktive Aktivitäten, kurze Wege und möglichst wenig Wartezeiten. Genau hier liegt ein grosser Vorteil der Pfingstegg. Wir wollen die Pfingstegg deshalb kompakt und qualitativ hochwertig weiterentwickeln.
Wohin sollen sich die Erlebnisangebote künftig entwickeln? Wir prüfen laufend neue Ideen und Angebote. Im Fokus stehen Familien, Naturerlebnisse und der gezielte Ausbau etablierter Stärken. So möchten wir beispielsweise die Schatzsuche neu gestalten und stärker an die Gästebedürfnisse anpassen.
Welche Verbesserungen bringt der geplante Ausbau? Das Projekt bringt sowohl für Gäste als auch für Mitarbeitende erhebliche Verbesserungen. Geplant sind zusätzliche Parkplätze, ein neuer Kassen- und Kioskbereich, moderne Betriebsräume sowie optimierte Arbeitsabläufe. Zudem setzen wir damit die Anforderungen des Behindertengleichstellungsgesetzes vollständig um.
Was bedeutet Nachhaltigkeit für die Bahn im Alltag? Nachhaltigkeit bedeutet für uns, langfristig zu denken. Das betrifft wirtschaftliche Stabilität ebenso wie den sorgsamen Umgang mit Ressourcen. Wir investieren in langlebige Infrastruktur, energieeffiziente Anlagen und regionale Wertschöpfung. Ein Beispiel ist die Photovoltaikanlage auf dem Dach der Talstation, mit der wir einen Teil unseres Strombedarfs selbst produzieren können. Wir wollen uns verantwortungsvoll nach vorne bewegen.
Wie wollen Sie die Pfingstegg im In- und Ausland weiter stärken? Die internationale Nachfrage ist wichtig, der Schweizer Markt bleibt jedoch zentral. Wir nutzen die Marketing- und Vertriebsaktivitäten der Jungfrau Region und bearbeiten gemeinsam mit der Destination gezielt ausgewählte Märkte. Eine eigene internationale Marketingmaschinerie entspricht nicht unserer Strategie. Unser Ziel ist nicht Wachstum um jeden Preis, sondern die Ansprache jener Gäste, die unser Angebot besonders schätzen.
Wo liegen trotz Rekordzahlen derzeit die grössten Herausforderungen? Diese liegen in steigenden regulatorischen Anforderungen, hohen Investitionskosten sowie der langfristigen Sicherung von Fachkräften. Gleichzeitig gilt es, steigende Gästezahlen und nachhaltige Entwicklung in Balance zu halten. Besonders stolz bin ich auf unser motiviertes Team, das täglich mit viel Engagement dafür sorgt, dass sich unsere Gäste willkommen fühlen. Für kleinere touristische Unternehmen wie die Pfingsteggbahn ist es zudem wichtig, sich gegenüber deutlich grösseren Mitbewerbern mit einer klaren Positionierung zu behaupten.
www.pfingstegg.ch
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