Der «regio gutschein» wurde Ende 2020 lanciert. Heute zeigt sich: Das Konzept funktioniert. Bis Ende 2025 wurden über 15'800 Gutscheinkarten im Gesamtwert von rund 1,28 Millionen Franken verkauft. Allein im ersten Halbjahr 2026 wurden wiederum Gutscheine im Wert von über 200'000 Franken gehandelt. Mitinitiant Roland Liechti spricht über den Erfolg, seine persönlichen Erfahrungen und warum der Gutschein für ihn weit mehr ist als ein Geschenk.
In nur sechs Monaten wurden in diesem Jahr Gutscheine im Wert von über 176'000 Franken eingelöst, neue Exemplare im Wert von knapp 120'000 Franken wurden wieder verkauft. Sind Sie überrascht? Roland Liechti: Nein, überrascht vielleicht nicht mehr – aber ich freue mich jedes Mal und es zeigt, es ist das richtige Produkt …
Als Sie den «regio gutschein» zusammen mit Urs Nufer und Michael Bühler ins Leben gerufen haben – hätten Sie sich diese Entwicklung vorstellen können? Wir waren überzeugt, dass die Region ein modernes, gemeinsames Gutscheinsystem braucht. Das Geld bleibt in der Region und ist ein kleines Zeichen gegen den Onlinehandel und dient zur Stärkung des einheimischen Gewerbes.
Man hört oft den Satz: «kauft lokal ein.» Der «regio gutschein» macht das ziemlich konkret? Genau. Mit einem Gutschein schenkt man nicht nur einer Person eine Freude, sondern unterstützt gleichzeitig Dutzende Betriebe in der Region und sichert damit Arbeitsplätze.
Sie stehen selbst tagtäglich im Verkauf. Was sagt die Kundschaft? Viele erzählen, dass der Gutschein inzwischen ihre erste Wahl ist, wenn sie ein Geschenk suchen. Die Vorteile liegen auf der Hand; man kann diese in rund 160 Geschäften einlösen, so finden alle etwas. Und das Gewerbe erhält 100 Prozent des Kaufbetrages erstattet!
Der «hasli gutschein» gehört mittlerweile ebenfalls dazu. War diese Ausweitung ein wichtiger Schritt? Absolut. Die Regionen arbeiten eng zusammen, und viele Menschen bewegen sich selbstverständlich zwischen Haslital und Interlaken, Wohnort und Arbeitsort.
Wenn Sie Wünsche für die nächsten Jahre frei hätten – welcher wäre das? Ein starker regionaler Detailhandel, wieder mehr inhabergeführte Geschäfte, eine Loyalität der Einheimischen, Unterstützung der Gemeindeorgane bei Ideen, gesunde Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Erfolge mit dem Geschäft, gesunder Tourismus, viele zufriedene Kunden, viele verkaufte Gutscheine.
Wie geht es dem Detailhandel auf dem Bödeli und im Haslital? Grundsätzlich noch gut. Wir verfügen über ein attraktives Angebot und viele engagierte Fachgeschäfte, die mit persönlicher Beratung, Qualität und Kundennähe überzeugen. Dennoch stehen gerade kleinere, unabhängige Geschäfte vor immer grösseren Herausforderungen.
Die da wären? Ein wichtiger Faktor sind die teilweise sehr hohen Mietkosten, die sich für kleinere Betriebe zunehmend schwierig finanzieren lassen. Gleichzeitig setzt der Onlinehandel den stationären Detailhandel stark unter Druck. Viele Kundinnen und Kunden informieren sich zwar im Geschäft, bestellen das Produkt am Ende online. Das erschwert es den lokalen Geschäften, langfristig wirtschaftlich erfolgreich zu bleiben.
Was geht verloren, wenn wir nur noch online kaufen? Beim Einkauf vor Ort geht es um weit mehr als nur den Erwerb eines Produkts. Wer in der Region einkauft, sichert Arbeits- und Ausbildungsplätze, stärkt das lokale Gewerbe und sorgt dafür, dass Wertschöpfung in der Region bleibt. Und lebendige Geschäfte tragen wesentlich zu attraktiven Dorf- und Ortszentren bei.
Ihre finalen Worte? Ich bin überzeugt, dass der regionale Detailhandel auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen wird – vorausgesetzt, wir alle leisten unseren Beitrag und entscheiden uns immer wieder für den Einkauf im lokalen Fachgeschäft. Der «regio gutschein und der «hasli gutschein» sind eine gewaltige Unterstützung für den Detailhandel.»
www.regiogutschein.ch30. Juli 2026