Kilian Moser an den WorldSkills 2026 in Shanghai: Tempo, Genauigkeit und Fokus waren entscheidend. (Bild: zvg)
Der Grindelwalder Elektroinstallateur Kilian Moser (21) gewann an den WorldSkills in Shanghai Bronze. Wichtiger als der Rang ist ihm, was er auf dem Weg dorthin gelernt hat.
Dass er nun der drittbeste Elektroinstallateur der Welt sein soll, kann Kilian Moser noch immer kaum glauben. «Ich habe es noch nicht richtig realisiert.» Zu schnell sei alles gegangen, zu gewaltig seien die Messehallen in Shanghai gewesen. Dreieinhalb Tage lang installierte er unter enormem Zeitdruck eine elektrische Anlage, am letzten Halbtag programmierte er sie am Laptop. «Am Abend vor der Abgabe sah ich, was ich in 18 Stunden an die Wand geschraubt hatte. Das war krass.» Rund 1000 Trainingsstunden hatte er investiert, begleitet vom SwissSkills-Experten Adrian Sommer. Auch Mentaltraining gehörte zur Vorbereitung. Die grösste Herausforderung war, hohes Tempo und Genauigkeit zu vereinen. Dabei half ihm die innere Ruhe: «Eins nach dem anderen, immer wieder etwas abschliessen.» Diese Haltung bewährt sich auch im Arbeitsalltag. Bei der Vorbereitung kamen Töff und Eishockey zu kurz – ohne dass er dies als grosses Opfer empfand. «Ich wollte ja teilnehmen.»
Freude am BerufSeine Lehre absolvierte er bei Schild Elektro in Grindelwald, wo er heute vor allem im Service arbeitet: Störungen beheben, kleinere Baustellen betreuen, Kundenwünsche erfüllen. Er schätzt die Abwechslung: «Am gleichen Tag bin ich vielleicht an der Réception eines Fünfsternehotels, auf einer Baustelle im Graben und bei jemandem zu Hause.» Die Bandbreite reicht vom Einspitzen von Kabeln bis zu komplexen Programmierungen. Handwerkliches Geschick und Kopfarbeit gehören zusammen. Dabei hätte man ihm einst zum Gymnasium und Studium geraten. «Ich wollte aber lieber öpis wärche», sagt er. Die Entscheidung für den Bauberuf bereut er nicht. Wer auf dem Bau arbeite, lerne, was es brauche, um ein Haus zu errichten, und begegne Menschen unterschiedlichster Berufe auf Augenhöhe. Eine handwerkliche Lehre sei auch eine Schule fürs Leben, ist der Elektroinstallateur EFZ überzeugt. Vielleicht schon nächsten Sommer möchte er eine Weiterbildung Richtung Projektleiter beginnen, später reizt ihn die Meisterprüfung. Zunächst aber will er wieder mehr Ski fahren, zu Hause sein und Zeit mit Freunden und Familie verbringen. Der Wettkampf war für Kilian Moser der Höhepunkt. Geprägt habe ihn vor allem das Jahr davor.
www.swiss-skills.ch22. Oktober 2026