Die «Glückstage im Oscht» bringen Sonderangebote, einen Mundartwettbewerb mit Preisen, Gerätepräsentationen, einen Familien-Sonntagsbrunch und Unterhaltung zusammen. Einer, der den «Oscht» seit Jahren mitprägt, ist Marco Niederberger, Geschäftsführer von Griwa Interior.
Anzeiger Interlaken: Vier Tage lang «Glückstage im Oscht» – was steckt hinter der Idee? Marco Niederberger: «Irgendeinsch finds Glück eim», heisst es in einem Song von Züri West. Wir wollen den Einheimischen nach der langen Sommersaison etwas zurückgeben.
Und das wäre? Vom 29. Oktober bis 1. November gibt es in den Partnergeschäften Sonderangebote, Attraktionen und verschiedene Möglichkeiten, etwas zu gewinnen. Die Idee ist, dass man durch den «Oscht» geht, Neues entdeckt und vielleicht auch einmal in ein Geschäft hineinschaut, das man bisher noch nicht kannte.
Also bewusst mehr als reine Verkaufstage? Ja. Die Betriebe bringen ganz -unterschiedliche Dinge ein: einen Mundartwettbewerb mit Preisen, Gerätepräsentationen, einen Familien-Sonntagsbrunch, Unterhaltung oder spezielle Angebote. Gemeinsam ergibt das vier Tage mit vielen verschiedenen Anlässen und Aktionen.
Was soll am Ende hängen bleiben? Dass man nicht nach Thun oder Bern fahren muss. Man kann hier einkaufen, geniessen und gleichzeitig die Region unterstützen. In Interlaken Ost ist etwas los, da geht man gerne hin.
Griwa Interior beteiligt sich ebenfalls. Was gibt es dort zu sehen? Wir haben eine Herbstausstellung und erneuern gleichzeitig Teile unseres Showrooms. Deshalb bieten wir verschiedene hochwertige Möbel zu stark reduzierten Preisen an. So entsteht Platz für Neues.
Interlaken Ost wird oft zuerst mit dem Bahnhof verbunden. Wird unterschätzt, was sich rundherum entwickelt hat? Ja. Die gute Erreichbarkeit hilft enorm. Aber entscheidend ist auch, dass Unternehmen hier investiert haben. Das frühere Wohncenter von Allmen, heute Griwa- Interior, hatte bereits vor 50 Jahren ein sehr modernes Konzept: Möbel, Küchen, Böden und Vorhänge an einem Ort anschauen, ausprobieren und kaufen.
Wie hat sich daraus Griwa Interior entwickelt? Heute geht es viel stärker um ganzheitliche Lösungen. Unsere Mission ist, einzigartige Wohn- und Lebensräume im Berner Oberland zu schaffen. Wir wollen weder einfach «Alpenchic» kopieren noch einen urbanen Stil in die Berge verpflanzen. Entscheidend sind der Mensch, das Gebäude und die Frage, wie jemand tatsächlich leben möchte.
Das Produkt kommt also erst später? Genau. Zuerst versuchen wir zu verstehen, was gebraucht wird. Daraus entsteht ein Konzept, und erst dann werden Möbel, Materialien oder Licht ausgewählt. Oft sind es natürliche Materialien, Holz oder spezielle Oberflächen. Wichtig ist, dass am Schluss eine Atmosphäre entsteht, die zum Menschen und zum Ort passt.
Das tönt sehr nach Langlebigkeit ... Weil sie für mich zentral ist. Wir haben gerade ein 30-jähriges Sofa eines Kunden, das neu bezogen wird. Gute Produkte können lange im Einsatz bleiben. Nachhaltigkeit bedeutet für mich deshalb nicht nur, wie etwas hergestellt wird, sondern auch, wie lange es genutzt werden kann.
Ist genau darin heute eine Chance für den stationären Handel? Ja. Alles Einfache und Austauschbare kann im Internet bestellt werden. Spannend wird es dort, wo Beratung, Planung und Erfahrung gefragt sind. Bei einem Raum, einem Lichtkonzept oder einer individuellen Einrichtung braucht es das grosse Ganze. Genau dort liegt unsere Stärke.
Und was braucht der «Oscht», damit er nicht nur Einkaufsort, sondern auch Aufenthaltsort ist? Für mich braucht es fast so etwas wie einen Dorfplatz. Mit Wasserstein und Baumdach haben wir eine Basis. Dazu kommen Sommerbühne, Streetfood, Winterdekoration und weitere Aktivitäten. Es geht darum, diesem Ort noch mehr Seele zu geben und ihn weiter zu begrünen. Interlaken Ost war über 20 Jahre lang Entwicklungsschwerpunkt der Gemeinde, das merkt man überall.
Wo liegt für Marco Niederberger das Glück im «Oscht»? Beim guten Geschäft, bei vielen Besuchenden und natürlich auch bei einer Begegnung, die nicht geplant war. Wenn die Glückstage dazu führen, dass jemand einen neuen Ort, ein Geschäft oder eine Idee entdeckt, dann haben sie ihr Ziel erreicht.
www.interlaken-ost.ch29. Oktober 2026