Während die Besucherinnen und Besucher drei Tage lang Trucks, Countrymusik und Western-Feeling geniessen, läuft hinter den Kulissen der Motor, der den Event am Laufen hält. Am Steuer sind Alexandra und Lorenz Krebs vom Veranstalter Jungfrau World Events. Ein Gespräch über Organisation, Herausforderungen und Faszination.
Anzeiger Interlaken: Vom 26. bis zum 28. Juni geht das 31. Internationale Trucker & Country Festival über die Bühne. Schlaflose Nächte? Alexandra Krebs: Kann durchaus vorkommen (lacht). Besonders in den letzten Wochen vor dem Festival dreht sich vieles um Wetter, letzte Informationen für sämtliche Involvierte oder kurzfristige Änderungen. Gleichzeitig steigt aber auch die Vorfreude. Wenn am Freitag die ersten Trucks eintreffen und das Gelände langsam zum Leben erwacht, ist das jedes Jahr wieder ein ganz spezieller Moment.
Sponsoren, Partner, Behörden, Sicherheitskonzepte – das ist ein Truck voller Aufgaben! Alexandra Krebs: Ein Festival dieser Dimension bringt während Monaten unzählige Themen und Abläufe mit sich. Gemeinsam mit Behörden, Blaulichtorganisationen, Sponsoren und Partnern sowie unseren Bereichsleitenden koordinieren wir vieles parallel.
Was genau? Alexandra Krebs: Von der Geländeplanung über Konzepte im Bereich Ticketing, Marketing, Sponsoring, Gastronomie oder Sicherheit bis hin zur Programmplanung. Am Ende sollen sich die Besucher vor allem an drei unvergessliche Festivaltage erinnern.
Lorenz Krebs, Sie werden intern als «Tätschmeister» bezeichnet. Was machen Sie? Lorenz Krebs: Der Begriff sorgt immer wieder für Schmunzeln (lacht). Ich kümmere mich um viele operative Themen rund um Infrastruktur, Flächen, Material oder spontane Herausforderungen während dem Festival. Oft dort, wo gerade etwas brennt. Kurz gesagt: sehr vielseitig und meistens genau dort, wo gerade etwas läuft oder spontan eine Lösung gefragt ist.
Wie aufwendig ist die Verwandlung des ehemaligen Flugplatzes in ein Festival mit Truck-Meile, Westerndorf und vielem mehr? Lorenz Krebs: Sehr aufwendig – und genau das fasziniert uns. Wir übernehmen das Gelände direkt nach dem Greenfield Festival und verwandeln es innert kürzester Zeit in eine andere Erlebniswelt. Viele Infrastrukturen müssen angepasst, umgebaut oder neu erstellt werden. Unser eingespieltes Bauteam leistet hier jedes Jahr Grossartiges.
Wie behalten Sie den Überblick? Alexandra Krebs: Nur dank einem starken Team. Jeder kennt seine Aufgaben, wir tauschen uns ständig aus. Natürlich gibt es spontane Situationen oder Änderungen. Dem begegnen wir mit Erfahrung, Flexibilität und Vertrauen.
Gibt es Momente, in dem Sie das Festival auch geniessen können? Alexandra Krebs: Ja – wenn man durchs Westerndorf oder entlang der Truck-Meile läuft und die besondere Atmosphäre erlebt. Lorenz Krebs: Oder wenn man kurz im Schattenzelt sitzt, sich etwas zu Essen und zu Trinken gönnt und die Stimmung auf sich wirken lässt.
Was bleibt nach dem Festival? Alexandra Krebs: Wenn Besucher sagen, das Festival sei ein fixer Bestandteil ihres Jahres und sie die besondere Atmosphäre schätzen.
Lorenz Krebs: Auch positives Feedback von Betreibern, Partnern oder Künstlern motiviert immer wieder.
Was überrascht Sie jedes Jahr? Lorenz Krebs: Wie unterschiedlich die Menschen sind – und wie gut dieses Miteinander funktioniert. Truck- und Bikefans, Line Dancer, Countryfans, Partygäste oder Familien sorgen für eine besondere Stimmung.
Träumen Sie manchmal von einer Karriere als Countrymusikerin oder Trucker? Alexandra Krebs: Für eine Countrykarriere reicht es wohl nicht ganz (lacht). Die Begeisterung für Musik und Events ist aber da. Lorenz Krebs: Ein eigener amerikanischer Truck hätte natürlich schon etwas (lacht). Vielleicht eher für gemütliche Roadtrips mit der Familie.
www.truckerfestival.ch18. Juni 2026