Katja Demenga ist Geschäftsführerin der Musikfestwoche Meiringen, die vom 3. bis 11. Juli stattfindet. Im Interview äussert sie sich zum diesjährigen Programm unter dem Motto «Bewegend».
Anzeiger Interlaken: Alles bereit für die Musikfestwoche Meiringen? Katja Demenga: Ja, die Vorfreude ist gross. Wir hatten die üblichen kurzfristigen Turbulenzen: Zwei Geiger mussten ihre Präsenz absagen, aber wir haben sehr gute Lösungen gefunden. Wir sind auf Kurs und freuen uns auf das Programm.
Wie gingen Sie bei der Gestaltung des Programms vor? Mein Mann Patrick Demenga sucht sich immer einen thematischen Überbegriff, der ein grosses Feld öffnen kann. «Bewegend» ist ein Anknüpfungspunkt auf vielen Ebenen. Die physische Bewegung kann gemeint sein, aber auch das Innerliche, wenn etwas «unter die Haut geht». Sogar zum Geistigen gibt es eine Verbindung. Komponisten wie Beethoven oder Schumann haben sich stark mit der Geisterstunde beschäftigt. Zu unserem Motto suchen wir jedes Jahr passende Musik. Das kann auch mal in eine ziemliche Forschungsarbeit münden.
Welches sind aus Ihrer Sicht die Highlights? Ich freue mich sehr auf die Uraufführung von Torstein Aagard-Nilsens Cello-Konzert «Forandringer» an der Matinee vom Sonntag. Uraufführungen sind immer sehr speziell. Auf das Berner Kammerorchester freue ich mich ebenfalls, es war schon mehrfach bei uns zu Gast. Auch die Eröffnung der Festwoche wird ein Highlight, mit der Verleihung des Goldenen Bogens von der Stiftung Geigenbauschule Brienz. Preisträger ist Alexandre Dubach aus Thun, ein Violonist, der sich mit Haut und Haar der Musik verschrieben hat. International legte er eine unglaubliche Karriere hin, in der Schweiz hat er aus meiner Sicht nicht ganz das Ansehen, das ihm gebühren würde. Er hat diesen Preis hochverdient. Und einen weiteren Höhepunkt möchte ich erwähnen: Das Podium der Jungen vom 11. Juli mit Ravels Boléro sowie dem abschliessenden «Let’s dance» in der Michaelskirche.
Ebenfalls ins Auge sticht natürlich der Programmpunkt «Berge bewegen» vom Sonntag, 5. Juli: Musik wird mit Kletterei verbunden. Wie kam das zustande? Wir suchten nach einer weiteren Dimension, mit der sich Musik verbinden lässt. Unsere Söhne waren selber oft in der Kletterhalle aktiv. So stellten wir uns irgendwann die Frage: Welche Berührungspunkte haben Klettern und Musik? Uns hat überrascht, wie viele Verbindungen es da gibt. Der Meiringer Yannick Glatthard wird zur meditativen Musik von Matthias Würsch und Tonohiro Lino eine Kletterperformance hinlegen. Im zweiten Teil im Kino Meiringen werden Yannick Glatthard und Patrick Demenga über die Berührungspunkte von Musik und Klettern sprechen.
Am gleichen Abend wird im Kino Meiringen ein Film gezeigt: «Im Kampf der Berge». Was hat es damit auf sich? Nicht der ganze Film wird gezeigt, sondern Ausschnitte davon. Der Film war lange verschollen, erst vor zehn Jahren sind Fragmente wieder aufgetaucht. Paul Hindemith war seinerzeit von diesem Film derart beeindruckt, dass er dafür eine ganze Alpensinfonie geschrieben hat.
Sind Sie mit dem Vorverkauf zufrieden? Der Vorverkauf startete bereits im Dezember. Die lange Vorlaufzeit hat sich bewährt. Wir sind grundsätzlich zufrieden, es läuft recht stabil. Doch den Besucherrückgang seit der Corona-Pandemie haben wir natürlich auch zu spüren bekommen. Wir bieten eine breite Fülle an Tickets und Packages an. Am häufigsten gebucht wird das verlängerte Wochenende mit drei Konzerten. Am zweitmeisten, interessanterweise, das Gesamtticket für die ganze Woche.
Auch spontane Ticketkäufe sind möglich? Ja, in der grossen Michaelskirche hat es eigentlich immer genügend Platz für alle interessierten Besucherinnen und Besucher.
www.musikfestwoche-meiringen.ch02. Juli 2026