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Kultur

Interview mit Sandra Flück

Seit 1982 engagiert sie sich für die Tellspiele Interlaken in verschiedensten Funktionen. Ihre Familie mütterlicherseits kann auf fünf Generationen schauen, die bei den Tellspielen mitgewirkt haben. Sandra Flück ist die vierte Generation und ihre Tochter Nicole die fünfte Generation, die eine lange Tradition fortführen. Kürzlich wurde sie vom Dorfverein Matten für ihr langjähriges Engagement ausgezeichnet und in den Vorstand der Tellspiele gewählt.

Anzeiger Interlaken: Ihre Familie kann auf fünf Generationen zurückblicken, die bei den Tellspielen mitgewirkt haben. Was bedeutet Ihnen diese Tradition? Sandra Flück: Sie bedeutet mir sehr viel. Die Tellspiele gehören seit meiner Kindheit zu meinem Leben. Mein Urgrossvater hat beim Wiederaufbau der Tellspiele nach dem zweiten Weltkrieg mitgeholfen. Mein Grosi und meine Mutter spielten mit und jetzt bin ich mit meiner Tochter dabei.

Seit 1982 engagieren Sie sich. Erinnern Sie sich noch an die ersten Einsätze? Ja, sehr gut. Anfangs als kleines Mädchen war alles neu und spannend. Das erste Mal in die «alten» Kleider und Holzzoggeli zu schlüpfen, werde ich nie vergessen. Ich durfte viele Menschen kennenlernen und habe schnell gemerkt, dass die Tellspiele mehr sind als nur eine Aufführung – sie sind eine grosse Gemeinschaft.

Sie haben im Laufe der Jahre unterschiedliche Aufgaben übernommen, erzählen Sie! Jede Aufgabe hatte ihren Reiz. Im Volk mitzuspielen war etwas Besonderes und ich habe auch circa 50-mal geheiratet (lacht). Aber auch die Arbeit an der Abendkasse oder im Kiosk haben mir gefallen. Man erlebt die Tellspiele immer wieder aus einer anderen Perspektive.

Heute sind Sie als Platzanweiserin im Einsatz. Was gefällt Ihnen an dieser Aufgabe? Ich habe direkten Kontakt mit den Besucherinnen und Besuchern. Viele reisen von weit her an und freuen sich auf den Abend. Es macht mir Freude, sie willkommen zu heissen und zu sehen, wie sie auf unsere Kleider sowie auf das Bühnenschauspiel reagieren.

Sie wurden vom Dorfverein Matten für Ihr vielfältiges, freiwilliges und ehrenamtliches Engagement mit dem «Matte-Blettli-Preis» ausgezeichnet. Fast zeitgleich wurden Sie auch in den Vorstand der Tellspiele gewählt. Der Matte-Blettli-Preis hat mich sehr berührt, weil es ganz überraschend und unerwartet kam! Da mir die Tellspiele am Herzen liegen und diese es in den letzten Jahren schwer hatten, habe ich in der Taskforce mitgeholfen, einen Neustart zu realisieren und wurde dann angefragt, ob ich meine langjährige Erfahrung auch im Vorstand einbringen würde.

Diese Saison kommt Tell zurück auf die Bühne. Freuen Sie sich darauf? Sehr sogar. «Wilhelm Tell» gehört einfach zu Matten und Interlaken. Ich bin gespannt, wie die neue Inszenierung beim Publikum ankommen wird.

Was wünschen Sie sich für die kommende Spielzeit? Viele begeisterte Zuschauerinnen und Zuschauer, schönes Wetter und eine tolle Stimmung auf und neben der Bühne. Die Tellspiele leben von den Menschen, die sie besuchen und unterstützen.

Was macht die Tellspiele so besonders? Die Mischung aus Tradition, Engagement und Gemeinschaft und natürlich die vielen Tiere. Viele Menschen investieren jedes Jahr ihre Zeit und ihr Herzblut. Das spüren auch die Zuschauerinnen und Zuschauer.

Wenn Sie auf Ihre Zeit bei den Tellspielen zurückblicken: Worauf sind Sie besonders stolz? Darauf, dass es die Tellspiele seit über 100 Jahren immer noch gibt und dass meine Familie und ich über so viele Jahre Teil dieser Geschichte sein durften. Zudem freut es mich sehr, dass wir die Tellspiele neu aufstellen konnten, und ich hoffe, dass diese weitere 100 Jahre weiterleben.»

Die Tellspielsaison startet mit der Premiere am Samstag, 25. Juli, 20.00 Uhr, und dauert bis zum 5. September. Nach zwei Jahren «Robin Hood» steht wieder der namensgebende Titelheld Wilhelm Tell auf der Bühne.

www.tellspiele.ch
23. Juli 2026

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