Am ersten Eidgenössischen Jugendjodelfest EJJF gehört die Bühne dem Nachwuchs mit Jahrgang 2001 oder jünger. (Bild: zvg)
Kultur

So jutzen heut’ die Jungen

Die Jugend jodelt erstmals eidgenössisch: Über 1000 junge Talente machen Grindelwald drei Tage lang zur Bühne grosser Schweizer Traditionen.

Ein Jodellied, das sich über den Tag legt. Der lang gezogene Klang eines Alphorns oder Büchels. Eine Fahne, die vor der Bergkulisse durch die Luft schwingt. Schweizer Brauchtum kann Hühnerhaut verursachen. Und die hat offenbar kein Mindestalter. Lange haftete gerade der traditionellen Musik etwas an, in das man erst hineinwachsen müsse. Das erste Eidgenössische Jugendjodelfest erzählt vom 11. bis 13. September in Grindelwald eine andere Geschichte: Über 1000 junge Menschen aus der ganzen Schweiz reisen ins Gletscherdorf, um zu jodeln, Alphorn oder Büchel zu blasen und Fahnen zu schwingen. Teilnehmen können Kinder und Jugendliche mit Jahrgang 2001 oder jünger.

Tradition mit Vorgeschichte
«Ds Grindelwald den Gletschren by, wein mier zämen zfriden syn!», lautet das Festmotto, inspiriert vom Grindelwald-Lied von Gottfried Strasser aus den ­Jahren 1897/98. Ganz neu ist die Ver­bindung zwischen Grindelwald und der ­Förderung junger Brauchtumstalen­te nicht. Bereits 1999 fand hier das ­erste Bernisch-kantonale Kinderjodler­treffen statt. Nun wird aus der kantonalen Idee erstmals eine eidgenössische:
Das Jugendjodelfest soll künftig alle drei Jahre an wechselnden Orten ausgetragen werden. Im Mittelpunkt stehen am Samstag die Vorträge der jungen Mitwirkenden an verschiedenen Standorten im Dorf. Bemerkenswert ist dabei, was es nicht gibt: eine Rangliste. Die jungen Jodlerinnen und Jodler tragen zwei Lieder vor und erhalten anschliessend ein mündliches Feedback der Jury. Die Vorträge werden jedoch nicht miteinander verglichen. Damit stehen Rückmeldung und Erfahrung im Vordergrund, nicht Ranglisten und Platzierungen. Für OK-Präsidentin Heidi Schlunegger ist das Jugendjodelfest auch eine wichtige Vorstufe zum Eidgenössischen Jo­dlerfest – und eine Möglichkeit, die ­Generationen zusammenzubringen. Beim Alphornblasen etwa treten Sohn, Vater und Grossvater gemeinsam auf.

Drei Tage im Zeichen des Brauchtums
Eröffnet wird das Festwochenende am Freitagabend auf dem Bärplatz. Nach der Festwirtschaft folgt ein Unterhaltungsabend mit verschiedenen Jodel- und Musikformationen. Am Samstag ­gehört das Dorf ab 9.30 Uhr dem Nachwuchs. Die Dorfstrasse verwandelt sich auf über einem Kilometer in eine Festmeile. Neben den Vorträgen in Jodeln, Fahnenschwingen sowie Alphorn- und Büchelblasen gibt es Spiele und Workshops; am Abend steigt im grossen Festzelt die Jodelchilbi. Am Sonntag klingt die Premiere mit einer BeO-Stubete und einem Brunch mit Grindelwalder Spezialitäten aus. Und zu einem Fest, bei dem eine junge Generation alte Klänge aufnimmt und weiterträgt, passt kaum ein schönerer Gedanke als jener, den der Musikpublizist Joachim-Ernst Berendt einst zum Titel eines seiner ­Bücher machte: «Die Welt ist Klang.» In Grindelwald klingt sie an diesem ­Wochenende ziemlich jung.

www.jugendjodelfest-grindelwald.ch
03. September 2026

Der ANZEIGER INTERLAKEN kann auch Redaktion…

… davon profitieren nicht nur Vereine aller Art, ­sondern auch Kulturschaffende und Sportbegeisterte aus dem Verwaltungskreis Interlaken-Oberhasli.

Möchten auch Sie von unserem redaktionellen Angebot profitieren und Ihren Verein oder Kulturanlass ins beste Licht rücken?
Dann melden Sie sich bei uns unter Telefon 033 828 12 00 oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


Verlag Schlaefli & Maurer AG
Spielmatte 18
3800 Unterseen

Telefon 033 828 12 00
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Unsere Öffnungszeiten:
Montag – Freitag
08.00 – 12.00 und 13.30 – 17.00 Uhr