Kultur

Facettenreiche Malerei

Die aktuelle Ausstellung im Kunsthaus Interlaken widmet sich einem zentralen Thema der darstellenden Kunst seit der Antike: dem Menschenbild, das sich im Laufe der Zeit immer wieder verändert hat.

Befindet sich denn die Darstellung des Menschen durch die Bildnerei im Fortschritt oder im Rückgang? Diese Frage stellt der dänische Kunsthistoriker Julius Lange im Schlussabschnitt seines fast 600 Seiten umfassenden Werkes «Die Menschliche Gestalt in der Geschichte der Kunst» (Verlag Heitz, Strassburg, 1903). Und er liefert dazu auch gleich die Antwort aus der Sicht seiner Zeit: «Wenn wir die Frage beantworten sollen, was mehr Wert hat, die rein objektive ­Auffassung der menschlichen Gestalt wie sie sich dem Gesichtssinn darstellt, oder der Ausdruck des subjektiven Lebens durch die Zeit, so wird die Antwort wohl zugunsten des Letzteren ausfallen. Wir können die Kunst unseres eigenen Zeitalters nicht verleugnen; wenn sie nicht genau dem entspräche, wofür wir uns interessieren, würde sie ja andere ­Gestalten annehmen als die, die sie hat ... » Wie in unserer Zeit Kunstschaffende den Menschen sehen und darstellen, zeigt die aktuelle Ausstellung im Kunsthaus Interlaken, «Ein schöner Rücken kann auch entzücken», die noch bis zum 15. November dauert. Die gezeigten Arbeiten, fast ausschliesslich Malereien – dabei zahlreiche sogenannte Rücken­figuren, die zum Titel der Ausstellung inspiriert haben –, hinter­fragen Sinn und Sinnlosigkeit des irdischen Lebens oder zeigen ganz einfach dessen verschiedene Facetten, von den höchsten Freuden bis zu den tiefsten Enttäuschungen, von der Geburt bis zum Tod. Besucherinnen und Besucher durchwandern in der Ausstellung Räume mit höchst unterschiedlichen Stimmungen und begegnen dabei Kreaturen aus ­Realität und ­Fantasie, aus Träumen und Albträumen.

www.kunsthausinterlaken.ch
24. September 2026

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