Dominic Spieler ist Nachwuchsverantwortlicher im Vorstand der Beo Yetis und blickt auf die erste Saison des fusionierten Clubs zurück. Er zieht ein positives Zwischenfazit, auch wenn das Potenzial noch nicht voll ausgeschöpft sei.
Anzeiger Interlaken: Die erste Saison der Beo Yetis ist abgeschlossen, auch für die Nachwuchsteams. Welches Fazit ziehen Sie? Dominic Spieler: Ich bin erleichtert, dass unsere U18-Topmannschaft nicht abgestiegen ist. Seit Januar hatten sich viele unserer Gegner mit Elitejunioren verstärkt. Diese Möglichkeit hatten wir nicht, und auf einmal gerieten wir in Bedrängnis. In der Auf- und Abstiegsrunde gegen die Argovia Stars konnten wir uns dann mit zwei Siegen durchsetzen. Im Grossen und Ganzen war ich mit dem Gezeigten im Nachwuchs auf allen Stufen zufrieden, auch wenn die Saison etwas weniger ruhig verlief als in vergangenen Jahren. Dass wir auf fast allen Stufen Leistungsklassen anbieten konnten, führte nach Entscheiden von Trainern und Stufenverantwortlichen auch zu Diskussionen.
Haben sich die Juniorenteams weiterentwickelt? Definitiv. Zwischen der A- und der Top-Liga gibt es auf Juniorenstufe einige Unterschiede. Die meisten unserer Spieler konnten einen grossen Schritt vorwärts machen. Die U16 Top ist leider abgestiegen, dennoch konnten die einzelnen Spieler viel lernen und sich individuell weiterentwickeln.
Was bedeutet dieser Abstieg? Uns wurde klar aufgezeigt, wo wir uns verbessern müssen. Die Saison war in allen Belangen lehrreich. Das Ziel für die U16 lautet, wieder aufzusteigen, um den jüngeren Spielern, die von der U14 kommen, eine Plattform zu bieten. Neu wird die U16 A in zwei Leistungsgruppen unterteilt: In der Promotionsgruppe spielen Teams mit Aufstiegsambitionen, die «normale» A-Gruppe ist auf Breitensport ausgelegt. Die Beo Yetis werden nächste Saison auf Stufe U16 in beiden Leistungsgruppen für alle Spieler etwas anbieten können.
Wie sieht es bei der U14 und den jüngeren Stufen aus? Hier haben wir eine grosse Breite. Auf nächste Saison können wir in der U14, in Zusammenarbeit mit dem EHC Kandersteg, drei Teams melden: zwei auf Niveau A und eine Topmannschaft. Die U14 Top konnte gut mithalten und hat sich schön entwickelt, obwohl wir einige Verstärkungsspieler brauchten, um das Niveau halten zu können. Andere Clubs tun dies auch, so sind wir quasi im Zugzwang. Auch in der U12 und U9 wird gut gearbeitet. Diese Stufen platzen aus allen Nähten.
Die Beo Yetis stellten auch eine U21 – dort spielten aber sehr viele Aktivspieler mit. In der Zeit vor der Fusion hatten wir einige schwache Jahrgänge mit wenig Spielermaterial. Auch diese Saison hatte die U21 beispielsweise kein eigenes Training, weil wir schlicht zu wenig Spieler hatten. Dennoch war dieses Team wichtig, denn hier konnten Spieler, die in den Aktivteams noch eine weniger grosse Rolle spielen, mehr Verantwortung übernehmen und kamen beispielsweise im Powerplay und im Boxplay zum Einsatz. Das Problem von zu wenig Spielermaterial in der U21 wird sich in den nächsten Saisons beheben, weil viele Spieler aus der aktuellen U18 nachrücken.
Sind Sie organisatorisch bereits mit der Saison 2026/2027 beschäftigt? Ja, schon seit Anfang Jahr. Bis Mitte April werden die Teams für die nächste Saison gemeldet. Die Eiszeiten für August sind reserviert. Da uns die Eishalle Matten erst ab September und die Eishalle Grindelwald noch später zur Verfügung stehen, sind wir weiterhin auf Kandersteg angewiesen, wo es bereits ab Ende Juli Eis gibt. Logistisch ist die Saisonplanung eine Riesenherausforderung. Der FC Interlaken und die Firma Gerber+Troxler unterstützen uns jeweils mit einem Bus. Ansonsten könnten wir die vielen Reisen zu auswärtigen Trainings und Spielen gar nicht stemmen.
Auf den Punkt gebracht: Ist die Nachwuchsbewegung der Beo Yetis auf dem richtigen Weg? In den drei Jahren, in denen ich nun als Nachwuchschef tätig bin, ist vieles gegangen und einiges hat sich verändert. Die Beo Young Yetis haben ein grosses Potenzial, und wir geben alles, damit wir dieses Potenzial ausschöpfen können.
www.beo-yetis.ch
Neuer Ausbildungschef für die Beo Young Yetis
Eishockey – Daniel Rutschi (58) wird neuer Ausbildungschef für die Beo Young Yetis. Der langjährige Eishockeyprofi – unter anderem spielte er von 1985 bis 1994 beim SC Bern –wird sein 40%-Pensum am 1. Juli 2026 antreten. Seine Hauptaufgabe wird es sein, die Nachwuchstalente sowie das Trainerteam im Tagesgeschäft aktiv zu unterstützen und weiterzuentwickeln, wie die Vereinsleitung mitteilt. «Sein Ziel ist die Etablierung einer klaren Ausbildungsstruktur, von der sowohl der Breiten- als auch der Leistungssport nachhaltig profitieren.» Rutschis Fokus liegt dabei primär auf den Stufen U14 bis U21. Ebenfalls in einem Teilpensum angestellt wird Lukas Geringer als neuer Leiter Erfassungsstufe. Der 34-jährige Mattner, der als Spieler unter anderem in schwedischen Nachwuchsligen aktiv war, trägt in seiner neuen Rolle die Verantwortung für die sportliche und organisatorische Planung der U9 und U12.
02. April 2026