Der 2.-Jänner-Knacker ist jedes Jahr ein Verkaufsschlager. (Bild: zvg)
Der 2.-Jänner-Knacker feiert Jubiläum: Anfang 2027 erscheint die 50. Ausgabe der humoristisch-satirischen Zeitung. Gleichzeitig öffnet die Redaktion ihr Archiv und lädt die Bevölkerung ein, mit witzigen Geschichten und kuriosen Begebenheiten zum Jubiläum beizutragen.
Was in Kuhplatten passiert, bleibt nicht unbedingt in Kuhplatten. Schon gar nicht, wenn das Hardermannli davon Wind bekommt. Und wer sich fragt, wo dieses Kuhplatten eigentlich liegt, findet die Antwort im Knacker-Latein: Gemeint ist Matten. Auch Troja (Unterseen), Rameli (Interlaken) oder Grandval (Grindelwald) sind der Redaktion bestens bekannt. Seit Jahrzehnten werden im 2.-Jänner-Knacker kleine und grosse Missgeschicke, politische Kapriolen und menschliche Eigenheiten genüsslich aufs Korn genommen. Ganz nach dem Motto: «Humor ist, wenn man trotzdem lacht.» Der Verein Harderpotschete Interlaken schreibt dazu in einer Mitteilung: «Der 2.-Jänner-Knacker gehört seit vielen Jahren zur Harderpotschete und verbindet Humor, Satire und Zeitgeschehen aus der Region.» Über die Jahrzehnte entwickelte sich daraus eine feste Tradition rund um die Harderpotschete.
Wenn Humor vor Gericht endetDie Identität der Redaktion bleibt dabei traditionell im Dunkeln. Offiziell ist es das Hardermannli, das vom Harder aus das Geschehen auf dem Bödeli und in den umliegenden Gemeinden aufmerksam verfolgt. Dass dabei nicht immer alle Betroffenen gleichermassen begeistert sind, gehört zum Wesen der Satire. Schliesslich hält der Knacker seiner Leserschaft gerne den Spiegel vor. Mit Wortspielen, vertauschten Buchstaben und reichlich Übertreibung werden Begebenheiten aufgegriffen, die im Alltag für Gesprächsstoff gesorgt haben.
Dass die spitze Feder gelegentlich auch für Ärger sorgte, zeigen Erinnerungen ehemaliger Redaktionsmitglieder, die der Verein anlässlich des Jubiläums veröffentlicht hat. Neben viel Lob habe es immer wieder böse Anrufe, Drohungen und sogar richterliche Schreiben gegeben. Angedrohte Klagen verliefen allerdings meist im Sand. Ein ehemaliger Redaktor erinnert sich, dass sich Betroffene ausgerechnet an den «Hausanwalt» der Harderpotschete wenden wollten. Dieser habe ihnen wenig Hoffnung gemacht: Es sei kaum herauszufinden, wer hinter dem Knacker stecke. Und falls doch, müsste wohl gleich der ganze Verein verklagt werden. Die Redaktion nahm es gelassen: «Dann erscheinen wir halt mit dem ganzen Verein vor Gericht.» Immerhin rund 140 Vereinsmitglieder hätten damals vor Gericht erscheinen können. Eine besondere Erinnerung hat auch eine ehemalige Redaktionsleiterin. Jahrelang beantwortete sie die Zuschriften an den Knacker im Namen des Hardermannlis. Daraus entstanden bisweilen regelrechte Brieffreundschaften. Besonders amüsant sei es gewesen, wenn Bekannte begeistert erzählten, das Hardermannli habe ihnen persönlich geschrieben – ohne zu ahnen, wer tatsächlich hinter den Antworten steckte. Und wenn eine Antwort etwas länger auf sich warten liess, hatte der geheimnisvolle Beobachter stets eine Ausrede parat: Mal waren ihm die Finger an der Tastatur festgefroren, ein anderes Mal hatten die Potschi seinen Computer gestohlen.
Ein Archiv voller Geschichten
Pünktlich zum bevorstehenden Jubiläum öffnet der Knacker nun auch seine Vergangenheit. Im neuen Online-Archiv auf der Website der Harderpotschete lassen sich frühere Ausgaben bis zurück in die 1970er-Jahre digital durchblättern. Damit wird ein Stück regionaler Zeitgeschichte zugänglich: Geschichten über das Dorfleben, politische Ereignisse und gesellschaftliche Veränderungen, die einst für Gelächter, gelegentlich aber auch für rote Köpfe sorgten. «Hesch's scho gseh? – bisch im Knacker!», ist am 2. Januar schliesslich mehr als nur ein geflügelter Spruch. Für die 50. Ausgabe, die Anfang 2027 erscheint, ist die Redaktion wiederum aufmerksamen Beobachtungen und originellen Ideen aus der Bevölkerung gegenüber aufgeschlossen. Gesucht sind humorvolle Geschichten, satirische Beiträge, Zeichnungen, Fotomontagen oder einfach Schilderungen von Begebenheiten, die es verdienen, mit einem Augenzwinkern festgehalten zu werden. Besonders gefragt sind laut Mitteilung Beiträge mit regionalem Bezug. Wer also in Kuhplatten, Troja oder anderswo etwas erlebt oder beobachtet hat, das zum Schmunzeln Anlass gibt, kann seinen Beitrag bis zum 22. November an
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! senden. Denn eines dürfte sich auch nach 50 Ausgaben nicht ändern: Der Stoff für den nächsten Knacker geht dem Hardermannli wohl kaum aus.
www.harderpotschete.ch22. Oktober 2026