Bild: Niccel Steinberger
Kultur

Interview mit Emil Steinberger

Der Luzerner Kabarettist, Autor und Schauspieler Emil Steinberger (93) begeistert seit Jahrzehnten ein breites Publikum. Sein Humor ist feinsinnig, seine Figuren und Geschichten geprägt von Menschlichkeit, Witz und genauer Beobachtung. An diesem Freitag gastiert er im Tellspiel-Areal.

Sie sind diesen Sommer an 16 Standorten und 24 Abenden des Coop Open Air Cinemas mit Ihrer Frau Niccel persönlich anwesend. Was hat Sie zu dieser Tour bewogen? Emil Steinberger: Im Dokumentarfilm «Typisch Emil», den wir letztes Jahr zeigten, sieht man nur Bruchstücke meiner Nummern. Beim Kabarettprogramm «Emil – No einisch!» werden sie nun in ihrer Ganzheit gezeigt. Das bereitet den Fans hoffentlich Freude. Und weil «Freude machen» so gut zu meinem Leben passt, beschloss ich, 2026 nochmals so eine Tour zu machen.

Als Sie «Emil – No einisch!» vor zehn Jahren auf der Bühne spielten, war es als Dankeschön an Ihr Publikum gedacht. Was empfinden Sie heute, wenn Sie das Bühnenprogramm auf der Grossleinwand wiedersehen? Da passiert mir das Gleiche wie vor vielen Jahren, als wir Emil-Nummern für DVDs geschnitten haben. Da musste ich selbst auch immer wieder lachen, und oft fragte ich mich: Wann sind mir denn all diese komischen Sätze und Situationen eingefallen?

Ihre Sketche sind oft Jahrzehnte alt und bringen die Menschen trotzdem noch zum Lachen. Was macht guten Humor zeitlos? Ja, es stimmt, es ist herrlich, dass Nummern, die über 50 Jahre alt sind, immer noch funktionieren. Wenn sie das Menschliche, das Gute, etwas Hilfloses oder Fragwürdiges und vor allem das Herz berühren, bleiben sie einfach bei den Menschen haften.

Sie begegnen auf dieser Tour Fans aus mehreren Generationen. Was überrascht Sie an diesen Begegnungen? Es sind oft sehr spezielle und berührende Begegnungen. Wenn Menschen plötzlich dem echten Emil gegenüberstehen, wirkt das auf sie überraschend, und so kann auch mal plötzlich jemandem die Stimme versagen. Oft sagen mir Fans mit Tränen in den Augen: «ich hätte nie gedacht, dass ich Sie einmal von Angesicht zu Angesicht sehe.» So wird mir immer wieder klar, was für Eindrücke meine Auftritte über all die Jahre hinweg bei den Menschen hinterlassen haben.

Viele Künstler verabschieden sich irgendwann von der Bühne. Sie hingegen suchen weiterhin den direkten Kontakt zum Publikum. Was bedeutet Ihnen dieser Austausch? Diese Open-Air-Cinema-Vorführungen meines Kabarettprogramms bergen die Chance, dass Eltern auch mal ihre Kinder oder Jugendlichen mit in die Vorführung bringen. Ich bin dankbar dafür, wenn die Jungen von heute auch meine Art von Humor entdecken können und ich so ein gemeinsames Lachen über verschiedene Generationen hinweg auslösen kann.

Wie erleben Sie und Ihre Frau Niccel diese Reise durch die Schweiz? Gemeinsam verkraften wir einen kilometerlangen Stau besser. Wir wechseln uns beim Fahren auch oft ab, und nachts fährt nur noch meine Frau. Wir freuen uns aber auch auf die grosse Leinwand und staunen, an was für schönen, romantischen Orten diese Open Air Cinemas stattfinden.

Wenn Sie nach all den Jahren Ihrem Publikum eine Botschaft mit auf den Heimweg geben könnten: Was möchten Sie den Menschen im Sommer 2026 sagen? Stürzt euch nach der Filmvorführung nicht gleich wieder in eure Alltagsprobleme. Lasst das Gesehene noch einmal Revue passieren, so bleiben die Texte und komischen Situationen länger im Kopf haften. Falls ihr den Daheimgebliebenen oder Heranwachsenden oder auch Freunden etwas erzählen wollt, erzählt doch, dass dieser Emil unseren Alltag und uns Erdenbürger mit seinem Humor wunderbar persiflieren konnte.

Am Freitag, 17. Juli, sind Emil Steinberger und seine Frau Niccel persönlich am Open Air Cinema Interlaken im Tellspiel-Areal in Matten zu Gast. Ca. 21.30 Uhr wird der Film «Emil – no einisch» gezeigt.

www.coopopenaircinema.ch
16. Juli 2026

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