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Interview mit Laura Zimmermann

Laura Zimmermann (22) aus Ringgenberg hat an den Olympischen Spielen in Mailand mit dem Eishockey-Nationalteam die Bronzemedaille gewonnen. Im Interview spricht sie über ihre Erlebnisse und die weitere Saison mit ­ihrem College-Team in den USA.

Anzeiger Interlaken: Herzliche Gratulation zur Bronzemedaille! Wie haben Sie das Turnier erlebt? Laura Zimmermann: Es war sehr speziell. Ich war ja vor vier Jahren in Peking schon dabei. Das war damals etwas seltsam, weil noch die Corona-Restriktionen herrschten. Aber nun in Italien war die Stimmung unglaublich. So viele Zuschauerinnen und Zuschauer waren an den Spielen dabei. Es war schön zu sehen, wie sich das Frauen-Eishockey entwickelt.

Mit den Leistungen Ihres Teams sind Sie grundsätzlich zufrieden? Wir sind ziemlich zufrieden. Das Turnier begann schon mal gut, mit dem Sieg gegen Tschechien im Penaltyschiessen. Das Viertelfinale gegen Finnland machte deutlich, wie entscheidend eine starke Torhüterin sein kann. Wir gewannen 1:0.

Im erwähnten Startspiel gegen Tschechien schossen Sie das erste Tor des Olympia­turniers. Wie war das? Unsere Linie hat super funktioniert und ein effizientes Forechecking aufgezogen. Ein Pass meiner Gegnerin blieb an meinem Fuss hängen, somit konnte ich allein auf die Torhüterin losziehen und traf mit einem platzierten Schuss. Meine Eltern waren vor Ort, somit war das Ganze nochmals spezieller.

Im Bronzespiel erlöste Alina Müller eine ganze Hockeynation. Wie haben Sie diesen Moment erlebt? Es ging so schnell, dass ich die Situation gar nicht im Detail mitgekriegt habe, aber die Emotionen danach waren natürlich unbeschreiblich. Wir gingen aufs Feld, lagen uns in den Armen und weinten beinahe vor Freude – fast surreal.

Kritisiert wurde von vielen Schweizer Athletinnen und Athleten anderer Sportarten, dass der olympische Spirit gefehlt habe. Was können Sie dazu sagen? Ich kann das so nicht bestätigen, aber wir waren auch sehr zentral einquartiert und spielten unser Turnier in Mailand. In der Stadt wurden wir auch angesprochen und für Fotos angefragt, es gab viele Fans. Ich habe die Olympischen Spiele 2026 sehr schön und stimmig in Erinnerung.

Welchen Platz hat diese Medaille nun? Die dazugehörige Medaillenbox erhielt unser Team an der Schlussfeier in Verona, doch ich war zu dem Zeitpunkt bereits wieder zurück in den USA. Aktuell habe ich die Medaille einfach bei mir im Zimmer.

Warum Ihre frühzeitige Abreise? Dies war schon länger so geplant und mit den Verantwortlichen der Nationalmannschaft abgesprochen. Mit meinem Team von der St. Cloud State University stand ein wichtiges Spielwochenende auf dem Programm. Wir spielten gegen die Tabellenersten. Hätten wir gepunktet, hätten wir in den Playoffs einen weniger starken Gegner. Nun spielen wir gegen die Tabellendritten. In den Playoffs ist alles möglich, ich glaube an mein Team.

Was studieren Sie in St. Cloud? Sports Management und im Nebenfach Athletic Coaching. Es gibt viele Mädchen, die nicht das Glück haben, von den besten Coaches begleitet zu werden. Ihnen möchte ich zur Seite stehen und etwas weitergeben.

Und welche Ziele haben Sie als Eishockeyspielerin? Den Sprung in die US-Profiliga zu schaffen, ist natürlich ein Ziel. Mit harter Arbeit ist alles möglich. Wichtig ist, auch die kleinen Dinge richtig zu machen, selbst wenn es dem Team nicht gut läuft. Aber irgendwann möchte ich auch in die Schweiz zurückkommen.

Sie haben das Hockeyspielen im Eissportzentrum Jungfrau in Matten erlernt. Welche Bezüge haben Sie noch zum regionalen Eishockey? Tatsächlich habe ich noch einige Kontakte. Über Weihnachten ging ich mit dem Frauenteam der Beo Yetis aufs Eis und war auch bei einem Training der U18 dabei. Über die Sommermonate trainiere ich regelmässig mit Sandra Heim in ihrem Fitnessstudio Peak Athletics.

Wie geht es mit der Nationalmannschaft weiter? Im November findet die Weltmeisterschaft in Dänemark statt. Das ist sicher ein grosses Ziel, an das wir uns herantasten wollen.

www.scsuhuskies.com
05. März 2026

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