Der Cupfinal zwischen dem FC Interlaken und dem FC Azzurri Bienne war der erwartet umkämpfte Krimi – mit einem denkbar schlechten Beginn für die Oberländer: Noch keine Minute war letzten Samstag auf dem Sportplatz Wengmatti in Frutigen gespielt, als die Bieler durch Nolan Nuzzolo in Führung gingen. Der FCI, eiskalt erwischt, war im Zweikampfverhalten noch nicht zu 100 Prozent auf der Höhe. Allmählich erwachte Gino Calces Mannschaft und übernahm das Spieldiktat. Ab der 30. Spielminute agierte der FCI nach einer gelb-roten Karte in Überzahl. Das Anrennen wurde erst in der 44. Minute belohnt: Sherzad Yama traf zum Ausgleich.
«Das 1:1 so kurz vor der Pause war sicher der öffnende Moment für uns», resümiert Gino Calce. Das Spiel kippte dank Toren von Nico Hodler und Sanath Nanthakumaran bis zur 88. Minute auf die Interlakner Seite. In einem packenden Cupfinal vor rund 1000 Zuschauerinnen und Zuschauern, die auch je einen verschossenen Penalty miterlebten, setzte sich der FC Interlaken letztlich verdient durch.
«Ein ganz schöner Moment»
Jubel und Emotionen beim FC Interlaken und seiner Anhängerschaft waren natürlich grenzenlos. «Die Stimmung war schlicht unglaublich», so der Trainer. «Zuerst in der Garderobe in Frutigen, dann im Reisecar wurde gesungen und getanzt.» Auf der Lanzenen wurde die 1. Mannschaft bei Dunkelheit mit Pyros frenetisch empfangen. Beim gemeinsamen Pizzaessen realisierte man als Team erstmals, was soeben erreicht wurde. «Ein ganz schöner Moment war das», so Calce. In seiner allerersten Saison als Chef an der Seitenlinie hat er sein Team gleich zum Cupsieg geführt – ein Meilenstein in der Geschichte des FC Interlaken. Man munkelt, dass die Feierlichkeiten einer FCI-Party in der Interlakner Hangover Bar bis in die frühen Morgenstunden andauerten.
Berner Cupsieg – was heisst das nun? Der FC Interlaken ist für die Hauptrunde des Schweizer Cups 2026/2027 qualifiziert. Daran nehmen insgesamt 64 Mannschaften teil. Sämtliche 22 Profiteams der Super League und Challenge League sind dabei, dazu qualifizieren sich 16 Teams aus der Ersten Liga. Aus der 2. Liga interregional qualifizieren sich neun Teams. Von den 13 Regionalverbänden (wie dem Fussballverband Bern-Jura, dem der FC Interlaken angehört) stossen insgesamt 16 Teams hinzu, die normalerweise in regionalen Cupwettbewerben ermittelt werden. Der Gewinner der Suva Fairplay-Trophy komplettiert das Feld.
Will heissen: Im besten Fall wird dem FC Interlaken in den 1/32-Finals des Schweizer Cups – die am Wochenende vom 13. bis 15. August ausgetragen werden – ein Vertreter aus der höchsten oder zweithöchsten Spielklasse zugelost. Möglich ist allerdings auch ein Aufeinandertreffen mit einem Erst- oder Zweitligisten. Mit wem es der FCI zu tun bekommt, wird rund in einem Monat bekannt sein.
www.fcinterlaken.ch
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