Peter Feuz ist Präsident des Vereins Jungfrau-Marathon. Im Interview spricht er über das bevorstehende Rennen, Entwicklungsmöglichkeiten für die Zukunft und die Wert-schöpfung für die Region.
Anzeiger Interlaken: Wie war Ihr Weg zum Präsidenten des Vereins Jungfrau-Marathon? Peter Feuz: Der Jungfrau-Marathon begleitet mich seit der ersten Austragung im Jahr 1993. Damals half ich in Wengen bei einem Verpflegungsstand, ich füllte Getränkebecher und schnitt Bananen. Später nahm ich selber am Rennen teil. Ich startete siebenmal und erreichte sechsmal das Ziel – zuletzt im Jahr 2023, gemeinsam mit meiner Tochter. Auch bei den Jugendrennen leistete ich Helfereinsätze. Irgendwann hat man den Marathon sozusagen in der DNA. Als ich angefragt wurde, das Präsidium zu übernehmen, habe ich bald einmal zugesagt.
Welches sind Ihre Hauptaufgaben? Mit der Organisation der Rennen habe ich an vorderster Front nicht viel zu tun. Ich wirke vor allem im strategischen Bereich: Verhandlungen für Fördergelder mit der öffentlichen Hand, beispielsweise mit dem Sport- und Lotteriefonds, aber auch mit Gemeinden und lokalen Partnern gehören dazu. Und Netzwerkpflege. Wir sind Mitglied von Swisstopsport, der Vereinigung der 23 grössten Schweizer Sportanlässe, was für uns natürlich eine grosse Ehre ist.
Nächste Woche, am 4. und 5. September, findet der Jungfrau-Marathon statt. Was zeichnet die diesjährigen Rennen aus? Der Jungfrau-Marathon ist bekannt für seine Top-Organisation. Viel Neues gibt es nicht, aber das ist auch nicht unser Ziel. Qualität ist uns wichtiger, als ständig das Rad neu erfinden zu müssen. Ein Läufermagazin kürte uns zum «schönsten Marathon der Welt» – diesen Status beizubehalten ist unser Anspruch. Die rund 4000 Läuferinnen und Läufer sollen ein unvergessliches Rennen erleben und die Gäste einen schönen Tag entlang der Strecke. Persönlich liegen mir die Jugendläufe vom Freitag stark am Herzen. Dass Langlauf-Olympiasieger Dario Cologna anwesend und den Kindern die Medaillen überreichen wird, ist natürlich ein grosses Highlight. Am Samstag wird Cologna zudem am Marathon starten, was uns enorm freut.
Wie stehen die regionalen, öffentlichen Partner dem Anlass gegenüber? Vonseiten der Gemeinden spüren wir einen starken Rückhalt. Es ist erwiesen, dass der Anlass für die Region wichtig ist. Eine kürzlich durchgeführte Wertschöpfungsanalyse der Universität Bern beschied uns eine regionale Wertschöpfung von 2,3 Millionen Franken. Mit den umliegenden Gemeinden haben wir eine Leistungsvereinbarung, die alle fünf Jahre erneuert wird. Da werden bald wieder Gespräche nötig sein, denn auf diese Unterstützung sind wir angewiesen.
Wo orten Sie beim Jungfrau-Marathon Entwicklungspotenzial? Auf strategischer Ebene werden immer wieder Diskussionen geführt. Ein Thema ist beispielsweise die Weiterentwicklung unserer Geschäftsstelle. Zwei Mitarbeiterinnen sind ganzjährig ausgelastet, der Aufwand ist ganz klar zunehmend. Wichtig ist auch, die Beziehung zu unseren Helfervereinen zu pflegen: Rund 70 Vereine in der Region unterstützen unseren Anlass jährlich mit ihren freiwilligen Einsätzen. Dafür sind wir enorm dankbar, denn nur deshalb können wir als Milizorganisation funktionieren.
Wo sind Sie bis zum Rennen als Vereinspräsident noch gefragt? Aktuell ist vor allem das Organisationskomitee «im Schuss», bei mir läuft es eher entspannt und ich helfe dort, wo gerade Bedarf besteht. Intensive Phasen habe ich vor allem Anfang Jahr mit Verhandlungen und Strategischem. Am Freitag werde ich bei den Kinderläufen im Einsatz sein, am Abend laufe ich den Mini-Marathon. Am Samstag bin ich mit unseren Gästen unterwegs. Und am Sonntag helfe ich seit vielen Jahren beim Retablieren des Materials mit. Da fällt mir auch als Vereinspräsident kein Zacken aus der Krone.
www.jungfrau-marathon.ch
Zur Person – Peter Feuz (53) ist wohnhaft in Wilderswil und arbeitet in der Bankbranche. Seit seiner Jugend ist er sportbegeistert und insbesondere dem Laufsport stark verbunden. Er ist verheiratet und Vater von drei erwachsenen Kindern. Im Jahr 2025 übernahm er von Helmut Perreten das Präsidium des Vereins Jungfrau-Marathon.
27. August 2026