Der Moment des Triumphs: Der FC Interlaken gewann am 23. Mai den Berner Cup – der klare Höhepunkt der Saison 2025/2026. (Bild: Bild: Benaja Rychen)
Sport

FCI-Cupsieg überstrahlt Saison – Meiringen rettet sich

Beim FC Interlaken war nach dem Sieg im Berner Cup die Luft etwas draussen: In der Meisterschaft resultiert dennoch der gute 5. Schlussrang. Die SV Meiringen schafft knapp den Ligaerhalt – und hat eine neue Tormaschine.

Der 23. Mai 2026 hat einen fixen Platz in den Geschichtsbüchern des FC Interlaken: Dank dem 3:1-Sieg im Berner Cupfinal stehen die Bödeler Zweitligisten in der Hauptrunde des Schweizer Cups – und spielen möglicherweise gegen ein Profiteam. Die Auslosung der ersten Hauptrunde steht noch aus. Neben diesem Erfolg verkam die Schlussphase der Meisterschaft beim FC Interlaken fast ein wenig zur Nebensache. Ein Schaulaufen wars nicht: Sechs Siege, sieben Niederlagen, so lautet die knapp negative Rück­run­denbilanz für die Mannschaft von ­Trainer Gino Calce. Auf dem fünften Schlussrang ist der Fussballclub Interlaken allerdings nur sechs Punkte vom Gruppensieger FC Bern entfernt. «Nach dem Cupsieg war das Team mental verständlicherweise ein wenig müde», sagt Sportchef René Brandenberger. «Das Team konnte die Spannung nicht mehr ganz hochhalten.» Obwohl auch das letzte Meisterschaftsspiel letzten Samstag gegen Dürrenast mit 1:3 verloren ging, überwiegt bei den Teamverantwortlichen deutlich die Freude über das Erreichte: «Es war eine fantastische Saison, ich bin mehr als happy», sagt Brandenberger, der auch nächste Saison Sportchef sein wird. Mit Nico Hodler stellt der FC Interlaken zudem den Torschützenkönig über beide Berner 2.-Liga-Gruppen gesehen: 23 Mal netzte der Stürmer ein. Zum Vergleich: Der nächstbeste FCI-Scorer ist Kastriot Zukaj mit sechs Treffern. «Nico war in dieser Saison ganz klar unsere ­Lebensversicherung», so René Brandenberger.

Noe Fehlmann beerbt Marco Pulver
Eine derartige Treffsicherheit eines einzelnen Spielers war man sich in der Vergangenheit von einem anderen Oberländer Club gewohnt: Die SV Meiringen schaut auf die erste 2.-Liga-Saison nach der Ära Marco Pulver zurück – und es sieht ganz so aus, als hätte der langjährige Goalgetter einen Nachfolger: Noe Fehlmann. 21 Tore gingen in dieser Saison auf sein Konto. Dies entspricht genau einem Drittel aller 63 Meiringer Meisterschaftstore. Gibt es in Meiringen nach der Ära Pulver also sofort wieder ein Klumpenrisiko in Form eines unverzichtbaren Stürmers? «Es sieht fast so aus», sagt Jürg Ramseier, der auf die Rückrunde das Traineramt übernommen hat. «Natürlich wäre es praktischer, dass die Tore besser auf mehrere Spieler verteilt sind. Aber es ist natürlich auch sehr cool, einen solchen Spieler in den eigenen Reihen zu haben.» Derartige Dynamiken könne man im Amateurfussball nicht steuern, so Ramseier. Mit der exakt gleichen Rückrundenbilanz wie der FC Interlaken – sechs Siege, sieben Niederlagen – schaffte die SV Meiringen den Ligaerhalt in extremis. Das letzte Ligaspiel am vergangenen Samstag auswärts in Ostermundigen musste entscheiden. Eine Niederlage hätte man sich nicht erlauben dürfen. Meiringen gewann ein packendes, torreiches Spiel mit 6:3. Und wer machte in der 82. Minute den Sack endgültig zu? Ein gewisser Marco Pulver, sieben Minuten zuvor eingewechselt. «Wir waren in der ganzen Rückrunde personell knapp dran, deshalb benötigten wir Verstärkungen», sagt Ramseier. «Mit seiner Aura und seiner Vergangenheit war Marco in dieser Situation natürlich schnell ein Thema.» Am Umstand, dass die SV Meiringen auch in der nächsten Saison in der 2. Liga spielt, habe jedoch die ganze Mannschaft ihren Anteil. Jürg Ramseier wird die SV Meiringen auch in der nächsten Saison coachen. «Ich habe ein Team kennengelernt, das sehr familiär ist und einen starken Zusammenhalt pflegt. Dies sagt mir sehr zu», sagt der Belper.

Rothorn in der 4. Liga im Aufwind – Frauenteam im Mittelfeld
Der FC Rothorn gehörte in der abgelaufenen Saison in der 4. Liga zu den Spitzenteams und beendet die Saison auf Rang 2. Eine klare Steigerung gegenüber der Vorsaison, die man auf Rang 8 abgeschlossen hatte. Nach zwei Abstiegen hintereinander in den Jahren 2023 und 2024 – von der 2. bis in die 4. Liga – scheinen die Brienzer Morgenluft zu wittern. Auffällig beim Team von Trainer Thomas Rufener ist die Heimstärke: 9 von 11 Partien auf der Lamm in Schwanden wurden gewonnen, so auch die abschliessende Partie letzten Samstag gegen Lerchenfeld (4:2). Aufstiegsberechtigt ist jedoch nur der Gruppensieger, das Team Simme/Saane (FC Obersimmental und FC Sarina Gstaad), weshalb der FC Rothorn auch in der nächsten Saison in der 4. Liga spielen wird. Im Mittelfeld der 2. Liga beendet das Frauenteam Oberland Ost die Saison: Nach 20 Partien mit neun Siegen, zwei Unentschieden und neun Niederlagen steht der fünfte Schlussrang zu Buche. Mit insgesamt 29 Punkten kann das Team des Trainergespanns Bernhard Hodler, Bruno Iseli und Stephan Meier nicht ganz an die Vorsaison anknüpfen, als man 37 Punkte holte und den vierten Rang erreicht hatte. Jedoch hat sich das Frauenteam nach dem zwischenzeitlichen Abstieg 2023 und dem sofortigen Wiederaufstieg ein Jahr später nun solide in der 2. Liga etabliert.

www.fcinterlaken.ch
www.svmeiringen.ch
www.fc-rothorn.ch
18. Juni 2026

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