Die Jodlergruppe «jung & zwäg» verbindet gelebte Tradition mit jugendlicher Energie. Entstanden aus einem Projekt rund um das Unspunnenfest 2017, ist daraus ein Chor gewachsen, der das Jodeln frisch, locker und mit viel Herzblut weiterführt. Die Co-Präsidentinnen Margarithe Feuz-Schlunegger und Dina Bischoff erzählen, wie alles begann – und was in nächster Zukunft geplant ist.
Anzeiger Interlaken: «Ein Leben ohne Jodeln ist möglich, aber sinnlos», ist ein Spruch der Jodlergruppe. Was hat es damit auf sich? Dina Bischoff: Für uns steckt da ganz viel Herzblut drin. Wir sind eine junge, motivierte Gruppe und setzen uns mit Freude für das Jodeln und unsere Traditionen ein. Das Schönste ist, diese Leidenschaft miteinander zu teilen, sei es im Chor oder auch, weil einige von uns zusätzlich noch in anderen Formationen aktiv sind. Jodeln verbindet und gehört für uns einfach zum Leben dazu.
Ihre Gruppe ist noch jung. Wie ist «jung & zwäg» entstanden? Margarithe Feuz-Schlunegger: Die Wurzeln liegen im Unspunnenfest 2017. Damals wurde ein Jugend-Jodelchor ins Leben gerufen, bei dem sich rund 45 junge Jodlerinnen und Jodler zusammenfanden. Nach einem intensiven Probejahr durften wir am Fest mehrere Auftritte erleben. Das war eine unglaublich prägende Zeit. Als das Projekt zu Ende ging, wollten viele von uns diese besondere Energie nicht verlieren. So entstand die Idee, weiterzumachen und eine eigene Gruppe zu gründen.
Und dann haben Sie beschlossen, weiterzumachen? Dina Bischoff: Ja genau. Nach dem Ende des Projekts haben sich einige Mitglieder stark dafür eingesetzt, dass es weitergeht. Im Dezember 2017 wurde dann offiziell die Jodlergruppe «jung & zwäg» gegründet. Seither sind wir mit viel Freude und Engagement unterwegs.
Sie bezeichnen sich als jung, motiviert und modern. Wie passt das zur Tradition des Jodelns? Margarithe Feuz-Schlunegger: Für uns schliesst sich das überhaupt nicht aus, im Gegenteil. Tradition lebt davon, dass sie weitergetragen wird. Wir pflegen das Jodeln mit Respekt, bringen aber gleichzeitig unsere eigene Persönlichkeit ein. Unsere Jugendlichkeit zeigt sich in der Art, wie wir auftreten, proben und miteinander umgehen. So bleibt das Jodeln lebendig und spricht auch jüngere Generationen an.
Wie erleben Sie die Proben? Dina Bischoff: Ich freue mich jedes Mal sehr auf unsere Proben. Mit Janine Gisler-Bösiger haben wir eine tolle, junge Dirigentin, die uns musikalisch weiterbringt und gleichzeitig eine angenehme Atmosphäre schafft. Wir proben alle zwei Wochen im Haus der Musik in Interlaken, da unsere Mitglieder aus verschiedenen Regionen kommen. Dadurch bleibt es für alle gut machbar. Unser Repertoire ist abwechslungsreich – von traditionellen Liedern über Naturjutze verschiedener Komponisten bis hin zu eigenen Naturjutzen von unseren Mitgliedern.
Spüren Sie manchmal Vorurteile gegenüber dem Jodeln? Margarithe Feuz-Schlunegger: Ja, die gibt es schon ab und zu. Manche verbinden Jodeln noch immer mit etwas Verstaubtem oder Altmodischem. Wenn sie uns dann live erleben, merken viele schnell, wie frisch und lebendig diese Musik sein kann. Genau das ist uns wichtig: zu zeigen, dass Jodeln zeitlos ist und Menschen jeden Alters begeistern kann.
Was steht als nächstes auf dem Programm? Dina Bischoff: Ein grosses Ziel ist sicher unser 10-Jahr-Jubiläum im Frühjahr 2028. Darauf freuen wir uns schon jetzt. Aber auch dieses Jahr ist einiges los: verschiedene Auftritte in der Innerschweiz und in Grindelwald sowie ganz besondere Anlässe wie Hochzeiten von unseren Chormitgliedern. Es bleibt also spannend und vor allem sehr musikalisch.
www.jungundzwaeg.ch
Die Jodlergruppe: «jung & zwäg» wurde im Dezember 2017 gegründet und zählt rund 25 Mitglieder im Alter zwischen 16 und 37 Jahren. Diese stammen aus verschiedenen Regionen wie dem Bödeli, der Region Brienz-Hasliberg, dem Frutigland, Thun und Umgebung sowie dem Berner Jura. Geleitet wird der Chor von Janine Gisler-Bösiger. Die Proben finden alle zwei Wochen jeweils am Freitag im Haus der Musik in Interlaken statt. Die Gruppe zeichnet sich durch ihren starken Zusammenhalt, die Freude am Brauchtum sowie ein junges und frisches Auftreten aus.
09. April 2026