Vater und Tochter zeigen ihr künstlerisches Schaffen in einer gemeinsamen Ausstellung. (Bild: Bild: Selina Mostosi)
Doppelt – Die Kunstsammlung Unterseen zeigt mit «Zwei Horizonte» eine Ausstellung von Martin Mostosi und seiner Tochter Selina – eine Familienbande und zwei unverwechselbare künstlerische Positionen.
Es gibt Familien, in denen Kreativität beiläufig mitläuft. Und es gibt Familien, in denen sie über Generationen hinweg sichtbar wird. Die Ausstellung «Zwei Horizonte» im Dachstock des Stadthauses Unterseen erzählt genau davon. Wenn Martin Mostosi und seine Tochter Selina gemeinsam ausstellen, geht es nicht nur um Nähe, Herkunft und gemeinsame Wurzeln. Es geht auch um die Frage, wie sich zwei eigenständige künstlerische Wege nebeneinander behaupten – nicht als Konkurrenz, sondern als Dialog. Martin Mostosi ist in der Region seit Jahrzehnten als Künstler und Musiker bekannt. Schon früh lernte er neben dem Malerhandwerk auch kunstmalerische Techniken, Deckenornamente, Schriften- und Bauernmalerei kennen. Später entstanden in seinem Atelier erste Ölbilder, ehe ihn seine musikalische Begabung zeitweise ins Showgeschäft führte. Die Malerei blieb jedoch immer Teil seines Weges. Seit 1991 arbeitet Mostosi als freischaffender Künstler und Musiker; hinzu kommen Buchprojekte mit Zeichnungen aus der Region.
Auf Auftragsbasis
Selina Mostosi hat ihren eigenen gestalterischen Weg gefunden. Die ausgebildete Polydesignerin 3D arbeitet heute in den Bereichen Grafikdesign, Fotografie und Kunst, gestaltet Logos, Flyer und bemalt Sneaker als Einzelstücke. Vieles entsteht auf Auftragsbasis, vieles ist Ausdruck einer Handschrift, die Gestaltung und Persönlichkeit eng zusammendenkt. «Wir malen beide gegenständlich und nicht völlig abstrakt. Trotzdem arbeitet jede und jeder von uns anders. Genau diese Nähe und Differenz macht das Projekt interessant.» Gerade von diesem Spannungsfeld lebt die Ausstellung. Hier der Vater mit jahrzehntelanger künstlerischer Erfahrung, klassischem Handwerk, Malerei und Objektkunst. Dort die Tochter, die Gestaltung breiter denkt – zwischen visueller Kommunikation, Fotografie und zeitgenössischen Unikaten. Martin Mostosi bringt die Idee der Ausstellung knapp auf den Punkt: «Es geht um zwei künstlerische Handschriften, die sich nahe sind und doch verschieden bleiben.» Hinzu kommt ein gemeinsames Werk, das den Ausstellungstitel direkt aufnimmt und erstmals gezeigt wird. Man darf gespannt sein. «Zwei Horizonte» ist damit nicht nur der Name der Werkschau, sondern auch für ein Bild, das den Dialog zwischen beiden Positionen sichtbar macht.
Ein neues Buch
Begleitend zur Ausstellung wird zudem Martin Mostosis neuer Bildband «Sehenswerte Gebäude auf dem Bödeli» mit Musik untermalt vorgestellt, erschienen im Weber Verlag. Es ist sein drittes Buch nach «Entlang der Aare» und «Berghörner in den Berner Alpen». Der Band versammelt 28 Zeichnungen sehenswerter Gebäude aus Unterseen, Interlaken und Matten und ergänzt die Ausstellung um einen weiteren Blick auf Mostosis künstlerische Arbeit in der Region. So wird «Zwei Horizonte» im Stadthaus Unterseen nicht nur zu einer Ausstellung über Herkunft und Eigenständigkeit, sondern auch zu einer Geschichte über ein familiäres Band, das hält, ohne einzuengen. Rund 100 Bilder von Martin Mostosi sind in der Ausstellung zu sehen und auch zu kaufen. Selina Mostosi wiederum zeigt Auftragsarbeiten und Projekte, um ihr Schaffen künftigen Auftraggebern näherzubringen. Die Ausstellung «Zwei Horizonte» der Kunstsammlung Unterseen ist vom 12. bis 19. April im Dachstock des Stadthauses Unterseen zu sehen.
www.kunstsammlung-unterseen.ch09. April 2026