Bild: zvg

Interview mit Jessica Klein

Auf Grindelwalds Pisten lernte sie Skifahren und verbringt im Winter jedes Wochenende hier. Deshalb steht die Skicrosserin Jessica Klein (17) für den Skiclub Grindelwald am Start. Seit der laufenden Saison fährt sie im Europacup – und klassiert sich regelmässig in den Punkten.

Anzeiger Interlaken: Letztes Wochenende fuhren Sie in San Pellegrino ein weiteres Europacuprennen. Wie lief es? Jessica Klein: Der Kurs war relativ flach, aber anspruchsvoll, und ich hatte Mühe, damit zurechtzukommen. Ich wurde schliesslich 19., verpasste also die Viertelfinals. Es lief nicht wie gewünscht. Ein zweites Rennen wäre angesetzt gewesen, doch dieses wurde wegen Nebels abgesagt.

Dennoch dürfen Sie stolz auf Ihre bisherige Saison zurückblicken: Sie sind neu im Europacup, aber liefern bereits Top-10-Ergebnisse. Wie kam das? Dass es so schnell ging, kam für mich selber überraschend. Grosse Erfolge waren für mich bereits die zwei Siege an den FIS-Rennen auf der Reiteralm in Österreich Ende letzter Saison. Danach brach ich mir den Arm und verpasste leider die Junioren-WM. In der neuen Saison wurde ich für Europacuprennen selektioniert. Mit dem Verlauf der Saison bin ich sehr zufrieden.

Ist gar ein Podestplatz in Reichweite? Im Skicross kommt es auch immer darauf an, gegen wen man fährt. In der Einteilung kann man Glück oder Pech haben. Ich persönlich habe das Gefühl, dass die Qualifikation für einen «Big Final», also der Lauf um die Ränge 1 bis 4, möglich ist.

Wie sehen Ihre nächsten Ziele aus? Nächste Woche fahre ich FIS- und Europacuprennen auf der Reiteralm in Österreich. Dann geht’s nochmals nach San Pellegrino. Mein wichtigstes Ziel ist die Junioren-WM in St. Moritz im März. Ob ich mich dafür qualifiziere, ist noch nicht ganz klar, aber es sieht gut aus. Ich bin derzeit die viertbeste Juniorin der Schweiz.
Wie kamen Sie zum Skicross? Ich fahre Ski, seit ich zwei Jahre alt bin, und fuhr schon sehr früh JO-Rennen. Bei den Kleinsten gehörte ich immer zu den Besten, dann im Teenageralter konnte ich nicht mehr ganz mit der Spitze mithalten. Hinzu kam eine Knieverletzung. Fürs Alpin-Kader des Berner Oberländer Skiverbands (BOSV) reichte es nicht. Aber mir wurde empfohlen, es mit Skicross zu versuchen. Im September 2024 reiste ich mit einem Sichtungskader von Swiss-Ski nach Saas Fee. Seither schlägt mein Herz für Skicross.

Sie sind Zürcherin, aber haben einen starken Bezug zu Grindelwald. Genau. Unsere Familie besitzt in Grindelwald eine Ferienwohnung. Schon seit meiner frühesten Kindheit verbringe ich im Winter praktisch jedes Wochenende hier. Ich habe zwei Brüder, die vier und acht Jahre älter sind und ebenfalls für den Skiclub Grindelwald fuhren. Ich wollte ihnen nacheifern. Als sie mit dem Skisport aufhörten, fuhr ich weiter. Ich habe in Grindelwald auch viele Kolleginnen und Kollegen.

Ist der Weltcup für Sie bereits ein Thema? Als nächsten Schritt möchte ich es ins nationale Sichtungskader oder direkt ins C-Kader von Swiss-Ski schaffen. Durch gute Resultate im Europacup will ich mich für den Weltcup aufdrängen. Mein grosser Traum ist eine Teilnahme an den Olympischen Spielen.

Setzen Sie voll auf den Sport, oder haben Sie auch andere berufliche Ziele? Die Zukunft ist momentan offen. Wenn ich weiter erfolgreich bin, setze ich voll auf Skicross. Ich möchte aber auch reisen gehen. Umso besser, wenn ich es mit Skifahren in Verbindung setzen kann. In dieser Saison war ich schon weitherum in Europa unterwegs, beispielsweise in einem Camp in Schweden. Derzeit absolviere ich eine KV-Lehre, danach wäre die Berufsmatura eine Idee. Oder eventuell auch die Spitzensport-Rekrutenschule in Magglingen.

www.skiclub-grindelwald.ch
19. Februar 2026

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