Eine Reise zum Glück heisst das Programm, mit dem er Ende Januar im Kursaal Interlaken auftritt. Der Bestsellerautor, Entertainer und Podcaster möchte Menschen inspirieren, das Leben leichter und glücklicher zu sehen. Vor seinem Auftritt spricht er über Glück, die Magie der Berge und seine Erwartungen an das Publikum im Berner Oberland.
Anzeiger Interlaken: Ihre Show heisst «Eine Reise zum Glück». Was erwartet das Publikum in Interlaken? Biyon Kattilathu: Es ist vor allem eine Reise zu sich selbst. Wir schauen aus unterschiedlichen Perspektiven auf das Thema Glück – und jeder darf das mitnehmen, was ihm gerade guttut. Die gute Nachricht vorab: Es ist eine Reise zurück. Alles war schon da. Entwicklung heisst hier «Ent-Wicklung» – Überflüssiges ablegen und wieder näher an die eigene Natur kommen.
Wenn Sie in Interlaken auftreten, blicken Sie auf Eiger, Mönch und Jungfrau. Macht Sie dieser Anblick glücklich? Ich freue mich sehr, nach einigen Jahren wieder nach Interlaken zu kommen. Einen meiner ersten Auftritte hatte ich tatsächlich dort – ohne zu wissen, welche Schönheit mich erwartet. Der Blick aus dem Hotel in die Berge hat sich eingebrannt. Für einen Jungen aus dem Ruhrgebiet war das damals überwältigend. Dieser Anblick hat mich schon damals glücklich gemacht. Und ich freue mich jetzt schon sehr auf meine Zeit dort. Die Natur macht ja generell glücklich – nicht nur wegen ihrer Schönheit, sondern weil wir in ihr viel lernen können und uns sofort verbunden fühlen. Genau deshalb freue ich mich umso mehr auf Interlaken.
Die Schweiz ist im Ranking der glücklichsten Menschen der Welt, dem World Happiness Report aus den Top 10 gefallen. Vor zehn Jahren waren «wir» noch auf Platz 1, aktuell finden wir uns auf Rang 13 wieder. Macht Geld doch nicht glücklich? Ich tue mich mit Rankings immer schwer, weil ich nicht weiss, wie sie zustande kommen – sonst müsste ich als Deutscher ja laut Statistik (da landen wir auf dem 24. Platz) unglücklich sein, was ich nicht bin. Glück ist immer individuell. Solange wir es im Aussen suchen, werden wir es nicht finden – es liegt in uns. Ich habe die Schweiz oft erlebt als offen für diese innere Reise. Uns geht es hier grundsätzlich gut, aber genau deshalb bleibt oft die Frage: Wars das schon? Darum sollte man sich nicht an Statistiken festhalten, sondern die eigene Reise weitergehen. Wahres Glück entsteht innen.
Die Schweizer oder die Schweizerinnen gelten eher als reserviert, unnahbar und verschlossen … Ich habe persönlich ausschliesslich tolle Erfahrungen mit Schweizerinnen und Schweizern gemacht und bin ein grosser Fan der Schweiz. Ich fühle mich dort sehr wohl. Natürlich sind Menschen dort anders als zum Beispiel im Ruhrgebiet oder in Köln, wo vieles direkter ist – aber das bewerte ich gar nicht. Diese Ruhe empfinde ich eher als wohltuend und entschleunigend. Unnahbar habe ich niemanden erlebt, im Gegenteil: Wenn man sich wirklich aufeinander einlässt, entstehen sehr tiefe, schöne Gespräche und eine starke Verbindung. Darauf freue ich mich sehr.
In Ihrem Buch «Weil jeder Tag besonders ist», schreiben Sie über die Kraft der kleinen Momente. Wie sieht für Sie persönlich so ein kleiner Moment aus? Ich glaube sehr an die Kraft des Moments. Es geht nicht darum, den perfekten Moment zu finden, sondern sich einen Moment zu nehmen und ihn bewusst für sich perfekt zu machen – sich ihm hinzugeben. Diese Momente sind immer da, wir müssen sie uns nur erlauben. Dafür ist es wichtig, zwischen dringend und wichtig zu unterscheiden, damit unser Leben nicht aus Hektik besteht, sondern aus echten, bedeutungsvollen Augenblicken. In jedem Moment steckt diese Magie, wenn wir ihn wirklich erleben.
Wäre Skifahren oder Snowboarden eventuell etwas, was Sie auch glücklich machen würde? Ich stand bisher genau einmal auf Skiern – und das war eher frustrierend als glücklich. Ich lag mehr am Boden, als dass ich gefahren bin, und Aufstehen war auch nicht meine Stärke. Das war in Tirol, seitdem habe ich es nicht mehr versucht. Aber ich würde es gern nochmal richtig lernen, mit einem Trainer und ohne direkt loszurasen. Im Schnee unterwegs zu sein, liebe ich trotzdem – Schlittenfahren war schon als Kind mein Ding und ist es bis heute. Deshalb hoffe ich, Interlaken irgendwann auch mal auf Skiern zu erleben.
Macht ein Besuch Ihres Auftritts in Interlaken glücklich? Ich bin sehr bescheiden und würde nie selbst laut sagen, dass die Show glücklich macht. Aber ich bin überzeugt davon, weil unglaublich viel Herzblut darin steckt und sie vielen Menschen Aha-Momente schenkt und sie ein Stück näher zu sich selbst bringt. Was ich nicht selbst sagen muss, sagen andere: Die vielen Bewertungen, Zehntausende Besucher und das ehrliche Feedback stimmen mich sehr optimistisch, dass die Show einen positiven Effekt auf das persönliche Glück hat.
Biyon Kattilathu tritt am Samstag, 31. Januar, um 20.00 Uhr im Congress Kursaal Interlaken auf. Tickets sind über ticketcorner.ch erhältlich.
www.biyon.me
Zur Person: Biyon Kattilathu, im Jahr 1984 in Hagen (D) als Sohn indischer Einwanderer geboren, ist Entertainer, Autor und Podcaster. Nach seiner Promotion in Ingenieurwissenschaften entschied er sich gegen die klassische Karriere und für seine Leidenschaft, Menschen zu inspirieren, heisst es auf seiner Webseite. Mit seinem Podcast «Schokolade für die Seele» erreicht er wöchentlich Hunderttausende, seine Bücher, z.B. wie «Weil jeder Tag besonders ist», wurden Bestseller. Auf Social Media folgen ihm über eine Million Menschen, die seine Mischung aus Humor, Tiefgang und Alltagsweisheit schätzen. Kattilathu verbindet persönliche Erfahrungen mit wissenschaftlichem Hintergrund und einer Prise Selbstironie. Sein Ziel: Menschen zu ermutigen, sich selbst zu lieben und das Glück im Kleinen zu finden.
15. Januar 2026